Freitag, Januar 19, 2018

774




Die da lagen, die liegen

Und Sir Sapperlot ließ seine Lanze liegen. Ich legte mich dazu, aber der Boden war sehr hart. Also macht ich dass ich weiterkam. Im Schatten der Eiche kann man sich sowieso besser niederlassen als im dem Ebenen der Mühsal, und des Kargen. Was sich sonst noch im Argen befindet, wächst schnell zu, mit kleinen lila blassblau Blümelein. Die Primadonna von Rang und Gnaden schmettert unterdessen ihre Aria in den Hof, da liegt sie nun, die Aria, und fleddert ihre Seiten launig in den Septemberwind, bis der Oktoberregen kommt, und der Novemberdienst, der sie mit sich nimmt, in ein Land, wo es etwas Besseres gibt als nur den Tod, und altes Bratpfannenfett, entwischt, Ihr Spökenkieker! Währenddessen, in Essen, bleiben wieder Gabeln liegen, kleine Pommesspieße, die gar nicht verstehen, was das alles soll. Ist doch schön bunt hier. Wenn alle so bunt wären, von Kopf bis Fuß, was hätten wir zu staunen und raunen den ganzen Tag. So muss es eben wieder Dieter B. sein, oder Jürgen R. Vladimir E. Egal. Die Stunde Null kommt, und sie schlägt nicht, niemandem, wie denn auch. Dann geht sie wieder, und den Rest kann man sich denken. Oder schenken, ganz nach Gefühl. Das Gusto will es so. 


Donnerstag, Januar 18, 2018

773




Das Schaf und sein Fest

Am Rande der täglichen Erscheinung ist neuerdings  ein Loch zu sehen. Ein großes Loch, nicht zu tief, aber breit. Drinnen im Loch steht ein Stuhl, auf dem niemand sitzt. Bis jetzt hat sich auch niemand gefunden, der diesen Platz einnehmen wollte. Wie bei allen Erscheinungen ist es da unten nämlich ziemlich unheimlich, also unziemlich. Der Örtliche Gebrauchsheilige hat bereits sein Veto eingelegt und den üblichen Bann verhängt, mit Kunstbrokat, dem einfachen Stuhlfluch, und Würgereflex. Niemand will dieses Risiko eingehen. Aber kucken wollen Sie doch, die Einwohner des Dorfes zur Täglichen Randerscheinung. Tourist not welcome. Obwohl man da vielleicht einen von denen hineinwerfen könnte, also probeweise. Und dann wieder mit Leitern herausholen, oder auch nicht. Wirft man dem beseelt Bestuhlten ab und zu eine Wurst hinunter, reicht das vielleicht, denkt sich mancher Kirchenfreund, und im Gegenzug gibts dann eine Vision, eine schöne fettige. Ein guter Tausch, und der örtliche Geldverleiher wird schon ganz nervös. Die Rendite landet nicht in seinem Eimer, sondern kommt aus dem Loch in die Hirne der gewöhnlichen Dörfler. Dabei sollte da nichts anderes drin sein als Gier und Geiz, letzteres in kleineren Portionen. Also schleichen sich der Banker und sein buckelnder Gehilfe des Nachts gelegentlich an den Rand des Schwarzen Lochs, um nachzusehen, ob sich nicht doch ein unglücklicher Reisender darin befindet, wurstzipfelkauend. Aber das Loch bleibt still und stumm, inzwischen ist auch der Stuhl verschwunden. Vermutlich die vom Nachbardorf, denken sich die Dörfler. Während der Kneipenwirt seinen lange vermissten Vierbeiner zurück in den Garten stellt. Besoffkis, blöde.

Mittwoch, Januar 17, 2018

772




Stinkstiefeln in Aspik

In Troja gehen die Lichter aus. Immer gleichzeitig, weil Achilles, der Spannungsbeauftragte abends den Stecker zieht. Sitzen sie abends stumm in den dunklen Strassen und Häusern, ab und zu ist ein Räuspern zu hören, und das leise Gluckern der Flachmänner, die aus den viel zu schmalen Nebengassen kommen, und vor Kummer zerfließen. Auch der Trojanische Stadtrat weiß keinen, dieses Mal. Achilles aber bleibt stur bei seiner Routine. Schließlich weiß nur er, wo der Schlüssel hängt. Und der Hammer sowieso. Manchmal hängt sich jemand an seine Fersen, aber da kennt er kein Pardon, aus bekannten Gründen. In den Hinterzimmern weben die Frauen dunkle Vorhänge, die sie sich anschließend überwerfen und so für einige Zeit im Schattenreich verschwinden. Männer haben keinen Zutritt. Männer versuchen es ihnen nachzumachen, mit Taschentüchern auf dem Kopf. Aber die sind viel zu klein, und viel zu weiss. Nur Achilles kennt das Geheimnis, aber der sehnt sich nach seinem Strand, und einer Kühltasche voller Pferdeäpfel. In Troja gehen die Lichter aus. Ein Lid, zwo, drei vier. 

Dienstag, Januar 16, 2018

771



Winterfahrt mit Flatulenz

Bieder und Mieder, Falken und Balken. Man fährt wieder quer, und schiebt sich die Nase ins Gesicht der Anderen. Jetzt aber nicht schludern! Die Cheffrage lautet: Wer hat noch nicht, wer hat noch nicht alles, der letzte Raff am Riff. Ich nehme alles zurück, ich gebe alles ab, kann mich nicht entscheiden. Wahrheit ist wie auf dem Platz: ob du in den Rasen trittst, ist grün oder braun. Oder Gelsenkirchen. Die Glocke möchte ich mal sehen. Turmhoch wächst mir der Flieder inzwischen aus den Ohren, immer mehr Blüten bluten, und diese lila Hausengel, die Bienen sind ganz verwirrt und hängen jetzt in der Speisekammer, warten auf das Brot. Euer Gnaden sind derweil auf einem ganz anderen Trip. Wälzen sich in Maismehl und warten auf den Tankwagen mit Olivenöl. Italienisch ist ja wieder was. Auf den Piazzas fliegen die Pizzas, und die Signorininjas werden immer jüngerer. Heilig, heilig, wer am Zipfel zieht und über die Stränge schlägt. Drei Pfund Nachtschatten bitte, aber nicht so dünn schneiden, wie das letztemal. Wenn die Stimme versagt, liegt das manchmal am Halsbruch. Oder am Stein, dem Kloßersatz in der Kehle. Später, im Winterwind werden die Frösche wieder heulen, die Wölfe haben den Ausgang gefunden.  Einmal Trockeneis, und weiter gehts. Hauptsache, die Uhren laufen rund. Meine Standuhr hinkt aber. Das ist nur der Vergleich, Süßer, das sind nur die Zuckerrüben, die ihre dicken Köpfe überall reintun, wir suchen die Essenz, die Exzellenz, Süßer, haben Sie ihn gesehen? Mir steht der Löffel im Schlund, der Kaffee dreht sich weiter. 

Montag, Januar 15, 2018

770




Spätsünder, aber doch

Aber aber, Kandelaber. Scharf grüsst das doppelte S, und die doppelte Freude wartet auch schon. So hat uns das noch keiner gesagt. Wir sitzen alle am Tisch, Tafelspitz, die Hände unter den Platten, wer weiß was kommt, und wer zuerst. Dann endlich das Signal, holterdipolter, alles zuckt und leuchtet in den schönsten Farben, der Herbst rollt durch die Ritzen und Risse der Fassaden herein, goldener Oktober, heiss und üppig wie ein später Frühling. Was kümmert mich die Platte, ich will aufs Feld. Fruchtschnitten, Kornblüten, Plastikschuhe. Tante Emma hätte es nicht schöner einpacken können, rote Karos auf weißem Augenhintergrund, ich scheine mich zu bewegen. Wohin? Die Agenten des Nichts heben schweigend die Schultern und stummen weiter, ich denke an sie. Das wars aber auch mit der Fürsorge, wieder und wider, und wieder zurück. Alles auf Hanfstrang, am Tor der Scheune staut sich der Verkehr. Bauer sucht Bäuerin, man muss sich nicht vergabeln, es reicht schon ein wenig Forke, oder auch Borke, meinethalben. Schorf ist auch scharf, wenn mans mag. Hauptsache Gier. Hauptsache Gold. 

Sonntag, Januar 14, 2018

769




Merkur oder Fliegender Fußgeruch

Gut dann, also alles klar, also Nebelhorn, oder wie auch immer. Ich schlage nach den anderen, ich trete nach den Vorderen, ich lasse mich nicht in den Topf biegen, ich bin doch kein Pferd, oder Pferdekopf, oder  Halber, also Halfter. Später wird man sagen, man hätte es immer gewusst, oder geahnt, oder geschlummert. Aber Verdacht hatten alle. Irgendwie. Immerzu.


Der Tag und das Nebengeleise. Hat jemand den Deichreiter gesehen? Nein. Niemand hat die Magie der zwei Löcher im Schädel seitdem, verfeinert, keiner weiß was da raus kann, was vielleicht nie drin war, oder ist. Noch nicht.


Der hat mich angefasst, der Blick
der kam so ganz und gar aus Wundabar
und wider und wieder und wahr 
(wieso? Wiesonicht? Wiesoicht?)
Täterbeschreibung: Jesus Rhesus Negativ
in meinem Weidenkörbchen liegt ein Niemand
wer hat ihn da hineingetan

Einwand: warum fällt das Haus nicht um?

Samstag, Januar 13, 2018

768




Hau rein, Kriechscheitel

Das Kaputtal, nein, Kapital kommt wieder den Berg herunter, mit Ausrufezeichen! Jeder der es sieht wird augenblicklich plattgemacht, gefalzt und eingetütet. Wie peinlich. Immer wird man auf seine Vergangenheit reduziert. Oder verziert, je nach Tortendiagramm. Oder nasenweiß. Ich hoffe, wir sind Ihnen nicht zu nahe getreten. Kunststück, unter der Kniescheibe Eurer Lässlichkeit. Abrollen ist immer noch erste Wahl, erst ducken, dann rollen. Und abschließend alle platzverweisen. Wir wissen doch, was kommt! Wir wissen doch, wie es geht! Wir sind nicht von gestern! Aber von vorvor, Euer Greisenschaft. Zuviel Grips macht blöd, zuviel Geld macht reziprok. Auch blöd, klingt aber besser. Und besser, ja deswegen sind wir doch hier! Auf der Strasse klingelt wieder der Beutel, allerhand. Fußlose und Zahnfaule reiben sich die restlichen Finger und stecken sie dann in die Dose. Bloß nicht verlieren, das Zeug. Macht einem doch keiner die Tür auf, ohne Knopf. Und der Erhabene weil Erhobene, wer will den schon missen. In jeder miesen Schauspiel-Schule hängt er zeigend neben der Tür, gleich hinten, beim Roten Licht. Und das Reinstecken nicht wieder vergessen, eure Exkremenz! Gleich geht das Gefuchtel wieder los, ich heb schon mal die Kamera. Nur zum Spaß. Hierher, Herr Sekretär! Hier neben den Meilenstein. Und die Mühlen mahlen. Nur so zum Spaß.

Freitag, Januar 12, 2018

767




Jetzt außerdem: vielleicht

Kunstschuss: vom unsäglichen Geäug über das Gerinnsel auf die Malerei. Nun Loch, was tun? Nichts tun. Sowieso besser. Immer dieses Gerenne und Gewanne. Kopfunter in die Brühe. Lange nichts gehört. Muss an die Öhre liegen. Diese Norwegischen tanzen einem bloß auf der Nase rum. Trolle, maladische. Weiter. Warten auf die Schreibfunktion. Es kommt…es regt…es reibt…es kommt… Werbung. Immer dieser Lärm! Ein Haustier nagt sich mir durch den oberen Mittelgang, untere Empore, ick hör das Tapsen, neben den Synapsen. Empörung! Ich werfe mit Balken und Unrat, jeder Menge Unrat, wo kommt das her! Ganz vergessen, wie alt ich bin. Die Jahre, die Jahrzehnte, die Jahrhunderte. Gemessen am Verfallsdatum einer Atomanstalt immer noch nicht viel mehr als ein Gedanke, ein Naserümpfen der Geschichte. Objekt obsolet. Definitiv kein Höckerschwan. Mehr Bmöbe, Cmöbe oder Möbe. Möbe, ja Möbe. Möbe gefällt mir. Ich bin ein möbischer Möbist. Mit einer eigenen Möbe-Kultur. Lang lebe das MÖB! (Kurzform, auf Reisen oder in Notsituationen erlaubt, also eigentlich immer.) Die Flagge ist noch in der Beratung, Form, Farbe, Felder. Funktion bereits beschlossen: sie soll flatterisch flattern, und nicht etwa flatulenzen. Davon gibts genug. Schnellläufer, ihr.  Zierfischer.

Mittwoch, Januar 10, 2018

766




Wohlwollend, Ihr Pullover

Ich war, bin, und ich werde wieder. Pizz-A-Service, um diese Zeit? Ach ja, hab den Salat vergessen. Sommer auf dem Land. Pilze, Pelze, und Gesälze. Da sind Krähen nicht gemeint, sondern KriKruKraniche. Oder Störchchen. Horch mal Meister was die für Nester machen. Und alles wird wieder gleich rund. Trenkwiliza. Wir haben immer schon das Karussell dem Schnelltopfkoch vorgezogen. Obwohl das viel schwerer war. Aber langfristig ein Genuss, ein Kuss unterm Lampion. Aufm Grammophon. Leichte Muse. Fragen Sie jemand, der nich nur auf Aluminium steht. Raumfahrer, ej. Oder fragen Sie niemanden. Oder bleiben Sie halt zuhause. Ist eh gesündriger, also geistig, und geistlich sowieso, und billiger. Man spart. Jede Menge Argumente. Hätte wäre wenn, und der junge Mann ist schon wieder älter, plus 2, um den Dreh. Macht aber nichts. Macht macht sowieso nichts, außer Hirnfraß und Marschbirne, was auch immer. Ich wollte ich würde nicht soviel Wein trinken. Aber der wird doch schlecht, sonst. Oder er dreht sich rum und um, und Essig eine Weile, dann kommen schlimme Seiten. 

Dienstag, Januar 09, 2018

765





Also sag mal

Das kostenfreie Drüberwegwälzen auf der Raserfläche ist ab sofort untersagt, quasi versprochen. Abgesehen mal davon, dass es momentum keine Raserflächen mehr gibt, jedenfalls kippt gleich die Stimmung. Wer sind wir, was sind wir, wo sollen wir genesen. Mütter fragen nicht, sie kippen ihre Milch weg. Väter tränen sich die Augen aus dem Kopf. Kinder stummen still, und starren. Schleim, Trief, und nasse Hosen. Mir stellen sich die Haare in so einem Fall wie bei einer Wildhecke. Mitten auf dem MopfKopf sind Weideflächen, aber nur für Vögel. Und schräg müssen sie sein, wegen der Neigung. Ich habe keine andere Wahl. Bin so gewachsen. Oder geworden. Und ich schrei-be mir den Fraß von der Seele. Mittlerweile schlagen alle nach mir, die Pflanzen, die Bäume, die Hunde und sogar der Hausmeistergeselle. Alle sehen sie gleich aus. Unitäten, einig in der monotheistisch-systhematischen Ausrichtung vom Großen Selbs. Also sich selbs, also michselbs. 

Ich hätte außerdem noch gerne einen Spielkameraden. Könnte auch eine Spielkameradin sein, unter Umständen, Hauptsache, sie spiegelt schön. Also eigentlich suche ich ja einen Kleiderschrank, mit Spiegel. Er muss nicht viel können, nicht mal reden, und bewegen muss er sich auch nicht oft. Tür auf, Klappe zu. Ich spiel dann für uns beide. Ich könnte uns auch ein kleines Zimmer einrichten, für mich und den Schrankspielkameraden. Nur groß genug müsste er halt sein, kann mich ja nicht immer bücken, wie sieht das aus, denkt der Schränker, er sei Banker, und ich zieh den Hut vor ihm, dabei fällt der immer runter, wegen der Zierleisten. Also stell Dichnich so an, Dieterich (so heißt mein Schrank und Spielkamerad nämlich). Wir müssen uns noch ein wenig näher kennenlernen, also genauer und so, wo hat der andere seine Scherzgrenze, und wie siehts eigentlich mit der Belastbarkeit aus. Jedenfalls könnte er jetzt ruhig mal vorbeikommen. Hab schon alles aus seinem Weg geräumt. So ein Schrank braucht seinen Platz. Obwohl. Vielleicht ist da ein Haken. Vielleicht tuts auch ein Schränkchen. Setz ich mich halt drauf. Wir werden eine SchöneZeit ham. Bitte melde Dich!

Freitag, Januar 05, 2018

764



Auf der Fernbedienung steht heute ein Zeitzeichen: Sündenfall. Am besten legen Sie sich wieder hin. Am zweitbesten oder am nächstersten rufen Sie die Betenden Töchter von Nirgendwo an. Gleichnis: wer wagt das massiv? Gut. Guter. Am Gutesten. Mein Gutster. Wir probieren das nochmal. Testen Sie den Ursprung: ein Tritt in die Eier, und alles anders.

Aber Halt! Aber Halbzeit! Erst gestern war mir wieder so als hätte der Ball schon längst das Spielfeld verlassen, und wir treten uns immer noch eine Seite weiter. Immer weiter. Blau zu Blau. Hilferufen: Tor! Tore! Toren! Nein, Sören, mir war die Schale verrutscht, die Erdnuss, die. Welche Taten oder auch Tateratuten kommen denn für Sie in Betracht? Nu dann, ich wär gerne so ein Überzeugungstäter - so was mit viel Sex, wissen Sie. Dass mir aber wieder keiner einen Strick dreht, hinterher, aus S-Kapaden. Ich hyperventiliere: der nächsten Haltestelle fehlt ein Stück. Ich wusste es. 

Mami, was hat das zu bedeuten?


Ich weiß nicht. Und ich bin Omi. Mami ist da drüben bei Bubi.

Betragen & Betrügen 2009

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