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Full Frontal Nudity 2007

poeblo

poet bloggery - gedichte, geschichten, intuitive poesie. und ansätze. gute ansätze.

Dienstag, Juli 15, 2008

442

Fuzzi ohne Moto Guzzi

Hintergrund: Hirnsausen. In der Ostsee schwimmen tausende Ohrenquallen aufgebläht wie Seifenblasen an der Wasseroberflächer. Aufgedreht wie nichts. Sollten sich mal ein paar Filmemacher Beispiel nehmen.

Hintergrund: eifriges Geschnatter, das WasWirdSein In 62 Tagen hat die Fensterflügel weit geöffnet, und die Krawattennadel frisst sich durch den Knoten. Halb acht, halb neun, halb von dem, und ein Viertel Weisswurst bitte. Äquatorianer. Prätorianisches Zehengewackel. Haben wir, haben wir nicht. Du musst Dir etwas herausnehmen. Du musst Dir etwas vornehmen. Du musst Dich bewegen.

Hintergrund: Klappt nicht. Klappert nicht. Verklumpte Vergangenheitskacke, auch ein Gag, auch ein Blick, auch ein Fahrrad hat so seine Mucken. Stubenfliege wäre so ein Job, aber bei soviel Halbwertszeit mag man sich gar nicht erinnern. Halt. Kalt. Vernunft. Unblau. Gewäsch. Jeans against fashism.

Hintergrund: Gefahr. Bin gefahren worden, hat sich nichts bewegt. Waren nur wir im Tummel, und die Wände verschwommen. Über uns wuchs Gras, so laut, die Wurzeln waren voll am Radauern. Rad ab, die Kappe, auf meine Rechnung. Alles auf meine Rechnung.

Hintergrund: Utopisch. Isotopisch. Haut unter die Steine, und den Rest im Regen stehen lassen. Blutwäsche!

Sonntag, Juli 13, 2008

441

Brotkreuz oder Breitkreuz


Jetzt sind wir in Amsterdam, auf einem roten Flachdach.

Die Kühe sehen gut aus in der Ferne.

Jetzt sind wir in Friedrichshain, an einer Straßenlaterne.

Meine Schuhe sind ganz grau.

Jetzt sind wir in Florenz, vor einem Schaufenster für Papierblumen.

Der Brunnen braucht Wasser.

Jetzt sind wir in Taipeh, am Ufer eines Flusses voller langer Boote und gelber Sonnenhutkegel.

Eine Frage ist keine Idee.

Deine Finger sind nicht gerade.

Meine Gedanken sind ausgezogen.

Nackt.

Bloß.

Und das ist alles.

In meinem Kopf.

Freitag, Juli 11, 2008

440

Feldfleisch

Werden sich noch alle grün? Werden sich irgendwann alle grün? Kein Berggrün, kein Wiesengrün, Halma, aber calma, die Weide ruft. Glückliche Kühe schleifen nicht ihr Euter auf dem Boden, hörmal. Na die Hörner wollte ich auch nicht haben, schön spitz und dann Blumen dran. Ist doch ein Hundeleben, voll die Kacke. Im Hintergrund: ein hoher Priester. Macht was er will an die Kirchenwand. Free your mind, ease your soul. Sollen die früher mal gesungen haben. Aber jetzt, nur noch Spurtreue, echt HO, da frag ich doch gar nicht erst nach Erlösung, da schnüffel ich doch gleich Leim, oder Leimähnliches. Leben heißt Kleben, Alter! Nu häng hier nicht so rum.

439

Meine Schlange hat ein Wurmloch

Ich mag die Sommerwolle nicht. Viel zu heiß. In die Erde möchte man sich kriechen, an diesen Kochtopftagen. Mein Eigelb auf dem Kopf, gebraten, spiegelglatt, und man kann die Sterne darin sehen. Sehen Sie, das ist es, worauf es ankommt. Leben wie auf dem Kopf eines Königs, dachte sich die Laus, bevor sie sich in den Haarspalt quetschte. Da muss mehr Biss rein. Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Hund. Stellen Sie sich vor, Sie sind eine Kombizange. Na sehen Sie. Übrigens, Ihnen hängt da ein Stück Kabel aus der Nase. Ihnen geht die Nachfrage auch nie aus, wie? Was? Wieder eine Meile gelaufen, unter den Sohlen, unter den Kohlen, unter der Glut lauert Zufall!

Kontrastmittel: Der Schnee fällt dieses Jahr in niedertälerigen Regionen aus den Dächern der Häuser, weil die Wolken sich vertiefen wollen in das Denken der Menschen und Mächte unter Ihnen. Also nichts wie rein in die Nebelküche. Hier ist reichlich Soße! Alle Vögel fliegen hoch! Hier unten ist kein Platz für die. Ich weiß das, ich habe selber noch irgendwo ein paar Flügel. Vögel gehören bestenfalls in die Küche, haha. Deshalb hat der Koch auch so eine Mütze, da können die Vögel gleich drunter wohnen, bei Bedarf. Und er nimmt sich immer so viel, wie er gerade braucht. Ein guter König. Ein echter Potentat. Scheibe abschneiden, PseudoFeudel!

Montag, Juli 07, 2008

438

Hundeknecht und Herrenvogel

Vorher war nachher. Nachher ist jetzt. Zu spät, würde man sagen. Aus der Zeit, könnte man sagen. Verfehlt, versagt, verzagt. Unter allen Voraussetzungen. Also machen wir Platz. Ich bin ein Tagesgeschäft, ich bin eine Tagessuppe, mit einem Petersiliehäufchen in der Mitte, und einem Salzsediment auf dem Grund. Schmeckt man, sieht man nicht. Verwirbelt man mich, werde ich unklar. Löffelt man mich vollständig aus, leidet man an Geschmacksverirrung. Abgestumpft, würde Holzer sagen. Total versaut, würde Chefkoch sagen. Unbedingt abgeklärt, würde der Andere sagen. Wir haben Glut. Wir haben Asche. Wir stehen für alles gerade, was man uns vor hält. Also auch dieses Licht, das uns vor der Nase herumtanzt. Spielerisch, versteht sich. Mutter, wir brauchen Kohlen. Ja, egal, ob es jetzt das Heizöl gibt, das Heizöl ist zu teuer. Schmierig, das. Da graben uns dann die anderen wieder das Wasser ab, mit ihrem Öl. Na so eine Überraschung. Na so ein Untergrund. Na so ein gebetsmühlenartiges Zerwürfnis. Ich bin einmal mehr, ich bin zweimal weniger, ich bin dreimal den langen Weg, aber die Gabel war stärker. Sind das da Freudentränen? Ach ja. Ach nee. Ach sowieso wie alles andere viel zu spät, und begriffen haben wir gar nichts, es gab auch keine eine andere, zu spät, die Lösung heisst Fortkommen, die Lösung heißt Benzin, die Bündnistreue abfackeln, die Häuser flammenfest, ja das wird ein Flammenfest. Abschlussbericht: Ich und Miss Golightly, abends auf Golgotha, und den ganzen Weg zurück auf den den Schädeldächern. Leise Sohlen, hier schlafen Jahrhunderte an Ungerechtigkeit. Früher hätte man das anders gelöst.

Freitag, Juni 27, 2008

437

Schön sitzen und so

Aprikosenhälften. Aprikosen helfen nicht. Aprikosen helfen nie. Nicht dass man es nicht versucht hätte wieder und immer wieder. Aber Aprikosen helfen nie, bei allem Möglichen. Die Hälften hier oder dort, oder da, oder nirgends. Aprikosen helfen nicht einmal bei Hautbrand. Ebensowenig wie schwarzes Papier. Schwarzes Papier gibt einem nichts. Schwarzes Papier kann man nicht lesen. Keine Botschaft weit und breit. Keine Geschichten, um sich darin einzuwickeln und den Tag zu überstehen, oder wenigstens die Nacht. Keine Häuser, um die Tür sich zufallen zu lassen. Keine Schatten, keine Sonnendächer, keine kühlen Terrassen.Schwarzes Papier gibt einem nichts. Es zerfällt im Kopf. Es fällt einem in den Kopf, und bleibt da liegen. Mein Kopf ist voller schwarzes Papier, meine Räume sind voller schwarzem Papier, meine Träume rascheln. Eine dunkle Ahnung weiter öffnet sich das Licht einen Spalt, einen Katzenaugenspalt, das Auge des Tigers brennt sich durch mein schwarzes Papier. Ich könnte glücklich sein. Aber ich habe Angst. Und nur noch wenig Aprikosen.

Montag, Juni 23, 2008

436


Apfelkuchen wär auch nicht schlecht

Es war einmal ein Schaf, das wollte unbedingt berühmt werden. Weil es nicht singen konnte und auch sonst von eher unaufdringlicher Natur war, entschloss es sich, ein Feuerwehrauto zu werden. Also saßen in seinem Bauch immer drei kleine Feuerwehrmänner mit Helm, und der Fahrer, auch mit Helm. Die waren fröhlich und freuten sich auf das nächste Feuer, das sie löschen konnten. Sobald das Feuerwehrschaf dann von einem Feuer hörte, machte es sich eilig auf den Weg und blökte zwischendurch Alarm, damit es niemand über den Weg und über den Haufen rannte. Weil die anderen Feuerwehrautos aber Räder hatten, waren sie immer viel schneller als das Feuerwehrschaf am Feuer und konnten viel schneller löschen, so dass es für das Feuerwehrschaf, wenn es blökend um die Ecke bog, nichts mehr zu tun gab. Das machte dem Feuerwehrschaf und seinen Feuerwehrmännern aber nichts aus. Schließlich mussten sie sich so nicht schmutzig machen und das gefährliche Feuer war auch schon lange besiegt. Also freuten sich das Feuerwehrschaf und seine Feuerwehrmänner, sangen noch schnell ein furchtbar falsch gesungenes Lied und trabten zurück in den Stall, zu ihrer Feuerwehrschafwache, wo sie erschöpft einschliefen. Was war das wieder für ein anstrengender Einsatz gewesen!

Sonntag, Juni 22, 2008

435

Raketenangriff, die Kasse zahlt

Von unten nach oben: nie mehr auf dem Dung tanzen, nie mehr die eine Backe mit der anderen vollstopfen, nie mehr Haarsträuber in die gemeinsame Ecke ziehen – die wollen das nicht wirklich! Aber soweit muss es nicht kommen. Bleiben wir friedlich, bleiben wir schön. Nähen wir uns die Zornfalten aus dem Gesicht und reihern sauber zwischen das Schilf. Ein Rohr oder Baströckchen, wo ist denn da ein Unterschied. Nur das Schwarze im Gewehrlauf meines Feindes spricht Bände, hugh, großer Seitenscheitel, ich blättere um. Genützt hat es wenig. Vielleicht hätte man besser predigen sollen, aber die Kochkessel waren schon vorpoliert, meine Fresse, was haben wir gelacht. Übrigens: dicke Stubenkatzen sorgen für die Reinhaltung des Bodens. Nur immer schön Fett in das Schälchen, dann glänzen Bart und Dielen, oder Stragula. Wer Kalzium will, soll nicht nach Magnesium fragen. Sagt Herr Schröter. Und der muss es wissen, der alte Mineralist. Gut ist, wer hier ist. Wer bleiben will, muss sich woanders umsehen. Baumann. Blaumann. Alte Schule, Tannengrün. Ach, die Wegweiser sind ganz aus der Mode, wie schade. Fragen wir eben wieder die Maiglöckchen. Jetzt, im Juni?

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