Montag, Juli 15, 2019

845





morgens, zehnuhr zwanzig, fütterung der laubtiere. ein wenig gras war auch dabei, und dürre ästchen, es wurde offensichtlich zeit. im hintergrund machte sich eine frage wieder wichtig, die ich schon fast gegessen, also vergessen hatte: bin ich nun dummklug oder klugdumm? oder doch nur ummkl, oder ugdu? ich denke, also bin ich ugdu. ich knabbere noch ein wenig an der frage und lüge sie dann zurück in die schubschublade, zu den anderen, die patzig platz machen. wahrscheinlich bin ich auch zu kleinlich, aber die großen fragen der menschheit passen nunmal nicht in mein biedermeierstübchen, mit punkbalkon. die schreiende ungerechtigkeit braucht schließlich auch ihren ort. jetzt aber hortig, die welt wartet. seine wenigkeit begibt sich auf die treppe, die dealen, die dielen. eigentlich knarren sie nur, wahrscheinlich amerikanisch-panisch. wie die zeit vergeht. die nächste frage seufzt einen taschentusch. isch machmisch aus dem staub.

Freitag, Juli 12, 2019

844





mein kopf braucht stärkung, besser verstärkung. mehr balken, noch mehr balken, gebt mir balkanbalken. soll heißen: ich werde nochmal wahnsinnig. und nochmal. und nochmal. und nochmal. gestern als die gäste und ihre gesten reich beschwenkt ihren weg richtung heimkurve nahmen, wurde es leise schummrig in meiner bescheidenen bergwipfelklause. ich tauchte den pinsel in meine altersweissheit und übertünchte die spuren der wilden nacht. überall schwarze graffito und graffitae, in jeder ecke tags, ticks und tocktocks. wobei ich nicht so richtig wissen wollte, was tocktocks eigentlich generell und auch im besonderen waren. mein herz klopfte, und das enorm, und das wiederum war alles was zählte. ich zählte mit. bei sechshundertdreiundneunzig lauschte ich meiner inneren stimme und hörte auf. auch wenn es das letzte war was ich in der nächsten zeit von meinem verkummerten erzherzentum hören sollte. hauptsache, das ding dingst, wie bootsmann karl-heinz immer sagte, bevor er den überbordenden außenborder seines uv-boots anwarf und in richtung gipfelkreuz abtauchte. der wahnsinn. wenigstens der.

Mittwoch, Juli 10, 2019

843





auch du
der stumme hund 
findet seine taube eule


bitte schreiben sie mit. bitte schreiben sie nicht von. bitte lassen sie sich nicht flussen, vor allem nicht beeinflussen. bitte bleiben sie gesund. bitte kümmern sie sich um jemand anderen. bitte kümmern sie sich nicht um die anderen. bitte trennen sie ihren müll. bitte trennen sie sich von ihrem müll. bitte geben sie ihrem müll keine namen. bitte reisen sie nicht in die vergangenheit. bitte lassen sie sich öfter gehen. bitte bleiben sie bei rot stehen. bitte legen sie sich bei gelb hin. bitte wippen sie bei grün mit den zehen. bitte denken sie an nichts. und bitte bleiben sie nicht nichts. bitte lassen sie sich nie allein.

ja, es gibt wünsche, die kann man nicht. muss man aber. oder müsste oder doch, doch nicht. ogottogottogott. otto der gott. gotto der ott. halbgotto.im ganzen gesehen macht etwa eine montblanc-wanderung keinen sinn. die idee zeigt eine gewisse reifeerscheinung. wie manche idioten, wenn selbst der haarkranz sich zu lichten beginnt. fiat luxt! 


(harry big otto oder bigotto)

Dienstag, Juli 09, 2019

842





gespenster, schaut auf diese stadt! oder auch nicht, als gespenst ist man (wahrscheinlich) lieber in der gespenster-bar, oder macht ein wenig am gespinst herum, oder spinnt sich selber ein. währenddessen in hessen: seile reissen die brücken ins gleissende wasser, die erde ist voller gram und wut, das wasser hingegen fließt. fleissige lieschen erobern derweil die straßen, sie spucken und speichern unsere daten und taten, die fehler und die vielen anderen, nun ja, dinge. ich war nie auf walma mi pallorca, trotzdem wird mir unrecht zugetan. ist mir aber egal, im regal herrscht sowieso die reine leere, da komme ich noch mit. was hatten wir früher für spaß in der spule, also schule, ich weiß nur nicht mehr genau, welchen, so konnte das also nichts werden. mindestens nicht viel. somewhere, under the window. beissegal. hauptsache, die zeit war weiter am fliessen, bei uns drückebergern. wassoll blossaus dir werdn? nichts, das sein war schon oder noch vaterunzer, das denken noch jung, froschaugenforsch. die ganz konsequenten sind längst gegangen. ich übe noch ein weilchen, mit allem drumdran. den ganzen tag auf einem bein, das kann nicht gutgehen. 

Sonntag, Juli 07, 2019

841





die neue neue, und der alte alte. vater, tochter, muttermal. die meute fischt und die netze tragen die verkohlten herzen der beute zurück ins dorf. kadavergehorsam hilft, nicht nur beim dresscode.  flecktarn, flachmeißel, unterflur, die dachschäden spotten jeder verschreibung. unterwegs keimt der boden was nur geht, es blüht der schlendrian, allerorten. oder hadrian, da wallt die welt, da biegen sich die schranzen. weit aus der ferne hört man die ladenkassen klüngeln, das öl singt sich durch seine schichten. löß mal hörn, jung, watt hasn heemjebrocht. aber da im heim war auch nur trocken wasser und brot, und die teller waren nicht von dieser welt. atemlos keucht geschichte durch den ort, gelegenheit macht triebe. staudenschweres sonnengift, man schwört steinbein, nur die stunde macht wieder nicht, was sie soll. Unter den laken liegen die lakaien und reiben sich die nasen wund. noch so eine woche, und sie schlagen sich den könig aus dem kopf. wo sinwa denn, wo komma dahin? 

Freitag, Juli 05, 2019

840





mit sch fangen immer die schwierigkeiten an. wir weiten uns die augen mit keilschrift und krümmen den raum. schon ru-tschen alle etwas zur sei-te. gut gemacht, frau handwerksmeister. bleibt noch die frage nach dem treppeppengeländer, ob da auch gras, oder wenigstens kleine winkel, wo wir dann wieder bei den augen sind, alles wird gleich rund und bunt und biedermann. sterben müssen wir so wie so, nur warum immer jetzt. also lieber blickdicht leben, vorher. und was da sonst noch klebt, in den tiefen der drunterhose, kriegt ein preisschild und scharfe soße. das war jetzt vielleicht zu direkt, rufen wir gleich mal den direktor an. wo der doch immer selber ganz tief drecksteckt. also nicht stimmwundern, sondern abwandern. ilse hält die hülse und die puderdose und auch noch die stille stulle, während überall das laute wasser dröhnt. geflechtslärm. ruhig blut. so ein urlaub kannste vagessen. da hinten liegt noch einer. die leute werfen immer alles weg. naja. hauptsache, die augäpfel hängen noch. in ihren höhlen.

Donnerstag, Juli 04, 2019

839





bitte setzen sie sich. bitte nehmen sie sich etwas zeit. hiervon, davon, und deswegen. schon darum wird immer öfter keine straße draus. und poker spielt man nicht mehr, nur in der nase, der weißen nase. wir stupsen derweil geil (heh kinder, bald kommt abigeil!) weiter in die milchbrei-galaxie unserer vorhaben und nachfahren. drehen sie sich um, dann sehen sie schon, wer hinter ihnen blinkt und blankt. dann aber wieder recht schön und brav gerade aus, den schalter suchen. blitz krieg bop. platzfrieden in der betonwüste. wir bleiben daheim und warten, bis die aufseher kommen. wer wird diesmal waldmeister? an den schalthebeln der macht klebt kaugummi, und ein paar labradorhaare. hunde, die tiefstapeln, kommen vors seegericht. käptn ugly, sorry yglu, kämmt sich heimlich das fell, der alte striegel. haben wir gleich gewusst, das kann nicht gut gehen, das fällt um. zurück zur prophetischen laxe: stumm schläft krumm. bumm.

Betragen & Betrügen 2009

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