Dienstag, November 05, 2019

854





als ich das klingelschild las, wurde mir sofort sternenklar: mein kometenhafter abstieg hatte begonnen. die treppe zum anderen ufer war schon lange bedeckt mit dem moos meiner säumigen gedanken (kreisky!), und auf den hühnerhöfen meiner Träume lichterte das irr. kein grund sich aufzuregen, die regenzeit war lange vorüüüüber. erst wenn der letzte vorhang kommt, müssen die komparsen gezählt werden, schnauzte der impresario. der scheinwerfer fällt nicht weit vom stamm, murmelte der gartenzwerg aus der kulisse. der gartenzwerg hieß kranzki, seine laterne wurde mit öl betrieben. man hat sie ihm nun abgenommen. vielleicht besser so, der anteil an schmutzigem licht wird schließlich immer undurchschaubarer. ein schlüsselerlebnis. ein schließlichkeitsfehler. sichtlich betroffen hat sich kranzki dann also zum pfeifenraucher umschulen lassen. wenn nur dieses gefühl nicht immer gewesen wäre.

Sonntag, November 03, 2019

853




im schmodder der nacht liegt der schlüssel zur welt und wundert sich. man hat ihn auf den weg geworfen, und weit und breit ist kanada, also keinerda. der schlüssel will schlussendlich auch nur etwas öl, und ein schloß, das zu ihm passt. interessiert aber keinen, hier geht es um das ganze, um das vielo, sophie, wer ist der herr im haus. im herrenhaus brennt noch licht, nein, das ist der keller. muss man nicht mögen, muss man nur löschen. soviel papier darf dann schon sein. die grundlegende erkenntnis lautet diesesmal oder schonwieder: im grunde unseres herzens sind wir alle nur ein hasenstall, mit klapprigen türchen, und abgelutschtem drahtgeflecht. wen kümmerts, wenn die fliegen fliegen, oder wohin. wir suchen erstmal den superstar, dann den überkranich und am ende die megatrappe, gans am schluss. was bleibt sind die knochen, und ein furz am tisch vom fetten vatter, der sich wieder das ganze fleisch hinter die hautlappen gestopft hat, hauptsache oberhaupt. die hungrigen kinder malen sich kringel in die augen, so groß wie die sind werden sie nicht wieder. seid froh dass ihr überhaupt noch lebt. und fragt nicht wie.

Sonntag, Juli 28, 2019

852






das blonde bobo kind frisst blutaugen nein blutalgen suppe und keiner kann es sehen das blonde bobo kind mit den blutaugen und dem blutsaugenblick. wir graben unterdessen unsere alten freunde wieder aus, der feind im auge meines nachbarn, der splitter in der mandel, ein balken in der sünde, macht doch was ihr wollt, pullover oder was, ja, nein, unterflur, überschwall, die körper reiben sich wieder durch die nacht, die fracht trägt schwer, die flut zieht kreise, aber die krähen wissen immer bescheid. ich gebe was für einen grünen brief, es kommen aber nur blaue, oder rote linien, oder gelbe ringe, die sich durch die kornfelder wälzen. mutprobe: was schmeckt besser als kakerlaken-schweiß? keiner, der da nicht den pu-mann macht, winnie in der wanni, und nanni klebt draußen die zettel an die scheibe. glasauge, sei wachsam. aber wir hatten ja nichts, nicht mal was zu verlieren. wenn die kugel rollt, sollte man schon die seiten gewechselt haben. am besten viel kleingeld, das klimpert so schön, wie ein einsames klavier am strand, im monsunregen. 


Samstag, Juli 27, 2019

851






voll das elend und die massen (hoch die tassen!) marschieren und panieren, nein, parieren, alterswahnwitz mal anders. die anderen lachen wenigstens nicht mehr so viel, wenn der stier den nackten nacken bunt lackiert, jeder pappagei ist irgendwie anders. trotzdem hat poppa den grieg verloren, damals auf nordwegen und auf abwegen, und als er sich zurückhustete, mit aladdins wunderpampe, da war viel schutt und staubige mütter und staubige brüder, und die zeichen an der wand waren nur noch löcher. das schwarze unter den nägeln kriecht übrigens immer mit durch den staub, das weiß jeder, der auf allen vier fünfen oder mehr schon mal unterwegs war. dreck drückt, und der trick mit lilo pulver brennt auch nur noch kleine flamme, irgendwie indianisch. aber winnitoo war zu lange im segeberg,  bad sägewerk, wo die splitter einem die haut weiß reißen, und der mannitoo seine auszeit nimmt, minirente auf dem abseitsgleis, der letzte zug hat keine schienen. nur scheunen, für die toren. davon später mehr, aber reichlich.

Mittwoch, Juli 24, 2019

850





ab erei tschibumm bei tschibumm bumm
aberei tschib ummb eitschib ummb umm
aber eitschib umm beitschib ummb um m
abereitsch ibumm beitsch ibumm bumm 
(bummbumm bumbum bumbu)



sagen sie was
sagen sie was
sie wollen 
was sie nicht mehr 
vergessen können 
oder vergaßen
zu fragen oder
verlegten oder
vorwarfen oder
hinterfragten sagen sie
was ihnen fehlt
sagen sie sagen
sie was oder
nicht




fürwahr für wahr
fürdich nicht blickdicht
fürmich nichtdickicht
fürunsnicht nurfürdie
nurdie fürdie diesolche
socken tragen










Dienstag, Juli 23, 2019

849





heute im winternet gesehen. der desert-maker! eine große büchse fleisch, nein sand, bis oben verquarzt, das blech, mit schraubverschluss. aufdrehen, umdrehen, abdrehen. soviel sand auf einmal hat man seit seiner kindheit nicht mehr gesehen, zwischen den zehen und den augenlidern. da lässt man sich gleich gerne nieder, auf dem feinen häuflein ausgesuchter sieblichkeit. die siebträger wackeln bald wieder von hinnen oder von dannen, auf allen wegen herrscht die ruh und knirschen die gelenke. als siebenjähriger hat man das nicht so mitbekommen, als siebzigjähriger auch nicht. alt werden ist auch nur eine frage der feinstellung, ganz grob gesagt. motorisch waren die meisten sowieso mehr porös eingestellt, von natur aus. außerdem: die welt ist eine nase, und das vermögentum darauf ist eine warze. wen das kratzt, der möge aufstehen und dreimal um den block, bis die schokolade schmilzt. aber nicht wieder die pole vertauschen! position clear! (unten am hafen singen die leuchtmatrosen ihr traurig lied…)

Montag, Juli 22, 2019

848






steht man sich die beine rund, kommt auch schon das abendpfund. was war das früher immer nur für ein verdammter krach gewesen, dieses weiße rauschen, das schwarze pfeifen, das grüne knattern und nicht zuletzt das rosa räuspern. keiner, der das rosa räuspern nicht schonmal live erlebt hatte, im gegensatz zum kakophon brei, der einem lärmend in den weg plumpst, sobald man die tür hinter sich fallen hat lassen. wer hebt die jetzt wieder auf? egal, nächste ecke wartet schon eine neue tür, und ein anderer tor, der sie einem nach hause trägt, für kleines geld, also handgeld, sozusagen, handverlesen. wahr sagen ist gold, das auch nicht mehr glänzt. liegt wahrscheinlich an den großen zelten und den schlechten Zeiten, die viel zu viel kosten. und die schwarzen katzen sind tiernützern auf den leim gegangen, da kleben sie nun und warten auf den großen regen. der wasserhahn kräht immerhin nicht mehr (quietscht!), das wasserhuhn stört sich durch das kaspische meer und blesst la queen. fare well, kleiner gummifuß!

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