Sonntag, November 23, 2008

484

Norbert oder: wie man Stiefel trägt

Leibwächter
Mutterkuchen
Leberkuchen
Fettstopfer
Mutterleber. Fettkuchen. Maulsperrung
Abdomen, dann rechts
Gerichtserklärung
Klares Wasser
Kalte Nadel
Freier Wille
Kormoran. Onkel Otto Kormoran.
Stummfisch
Babelsberg
Wer sagt, man hätte nichts
Wer lügt
Wer fällt
Und alle schreien nach dem Richter
Ich zarte Haut auf rauhem Stein
Verzeihung, haben Sie gerufen?

Freitag, November 21, 2008

483

Ein Mix aus Organza und Orangenhaut, vielleicht

Wer will Erster sein. Wer will Zweiter sein. Wer will Letzter sein. Wer will Mittlerer sein. Hier habe ich geschrien. Und dann nachgedacht wer ich sein will. Die Frage wäre aber gewesen wo. Das hatte ich vergessen. Deshalb bin ich jetzt in der Lotterie gelandet. Kugel Nummer Dreizehn. Warten auf das Loch. Warten auf die große Mischmaschine. Warten auf das Licht. Am Ende des Drehens. Am Anfang der Röhre. Dran sein. Da muss was dran sein. Die Hand am Knopf am Arm am Körper des Mächtigen Einschalters. Mit dem weisen Kopf mit dem traurigen Haar und dem gütigen Kinn mit dem grauen Bart. Aus dem das Lächeln fällt wie der Schneeregen an einem scheißkalten Novembermorgen. Man fährt jetzt wieder Bus. Man trägt jetzt wieder Blau. Dunkelblau. Dunkles gesprenkeltes Blau. Vielleicht lege ich mich wieder hin. Vielleicht ist morgen auch noch ein Tag. Und dann wieder.

Wort drauf. Aber nicht Word. Word ist Programm. Word ist Computerprogramm. Word ist Scheiße. Word ist völlig überfrachtet. Word denkt mit. Word denkt vor. Man braucht extra Kurs für Word. Danach ist man Word abhängig. So denkt sich der gemeine Industrielle das. Aber Word übertreibt. Deshalb ist es jetzt genug. Jedes Word ein Word zuviel. The worst writing program i know is word. Wordst. Iss Word. Eat this. Word War Three. Wort Papier. Einwickeln und dann in den Abfalleimer. Zu den anderen Fischen.

Mittwoch, November 19, 2008

482

Alles egal ist wie Rauchen im Benzin

Mein Therapeut hat mir Bescheid gesagt. Er muss mich abstellen. Neu einstellen. Kalibrieren hat er gesagt. Weil mein Kaliber nicht mehr passt. Zu klein oder zu groß für diese Welt. Passt nicht mehr in die Zeit. Die neue Zeit braucht neue Kaliber. Trennschärfe hat er gesagt. Mein Wunschdenken ist zu groß. Mein Vorrat an Zauberformeln ist zu klein. Eigentlich ist er gar nicht vorhanden. Der Vorrat. Zu wenig aufgepasst. In der Schule auf dem Weg im Wald. Oder es war kein Lehrer da. War auch kein Internat. Eher ein Übernat. Über alles. Deutschland über alles Nat. Mein Therapeut hat recht. Es läuft nicht recht. Es steht nur überall rum. Es steht viel herum. Nichts bewegt sich. Nur mein Wunschdenken zappelt noch. Sucht den Sack mit den Zauberformeln. Aber da steckt das Brot drin. Man muss essen. Und trinken. Und wohnen. Und leben. Und ab und zu einmal ausgehen. Und wieder einkommen. Ja das ist Leben. So ist es bestimmt.

Also mache ich mich jetzt auf. Vielleicht mit einem Brotmesser. Oder mit einem Teppichschneider. Teppichschneider heißen eigentlich Teppichbodenschneider. Aber das Wort ist zu groß. Falsch kalibriert. Ein früherer Freund von mir hat früher Teppiche getragen. Jahrelang. Letztes Jahr hat er sich umgebracht. Auf dem Balkon. Vielleicht war er zu verschlossen. Ich werde mich öffnen.

Dienstag, November 18, 2008

481

Wie der Gernoth Hans einen Hahn gerade bog

Ich will einfacher schreiben. In Zukunft werde ich es einfacher schreiben. Das Wetter ist schön. Mein Haus ist schön. Unser Hund ist schön. Wir haben gar keinen Hund. Und ich habe kein Haus. Das ändert aber nichts. Beide sind schön. Und das Wetter ist auch schön. Immer. Man muss nur weit genug nach oben hinaus. Das gilt auch für Gedanken. Das gilt auch für das Denken. Im Kleinen ist es eng und schmutzig. Im Großen wird es hell und licht. Die großen Denker waren alles geistige Ballonfahrer. Wobei niemand etwas gegen kleine schmutzige Gedanken sagen könnte oder wollte. Aber das große Erhabene findet man nur im Erhobenen. Das wussten auch die neuzeitlichen Christlichen. Deswegen der Kirchturm. Ein Kirchkeller erschien Ihnen unpassend.

Zurück zum Hund. Der Hund hat den Wetterhahn gefressen. Das ist nicht sehr schön, weil er jetzt immer so quietscht beim Gassi-Gehen. Aber auch nicht so schlimm. Weil das Wetter wird ja weiter schön. Damit das so bleibt machen wir uns jetzt Stelzen. Und dem Hund ziehen wir den Hals lang. Das klingt schlimmer als es ist. Schließlich haben wir gar keinen Hund. Aber einen Glauben. An das viel schöne Wetter da oben. Das ist doch was, oder? Das ist doch auch was. Das ist eben auch was wert. Unsere Aktien steigen. Zum Glück. Unser Glück.

Montag, November 10, 2008

480

Überhaupt: wer hat noch Haare, heutzutage

Im wesentlichen ist das Sehen grau. Umso lieber werden Farben genascht. Bei Völlerei und Überfütterung hilft dann einfaches Magenrumdrehen. Klecksen und Schmieren sind auch ausdrücklich erwünscht. Schwieriger ist die Verseuchung und Durchscheuchung mit industriell gefertigter Nahrung, dem sogenannten Fern-Sehen. Nach der Übernahme der ehemals unwirtschaftlichen, aber deshalb noch eher gehaltvollen Fern-Seh-Anstalten durch das gemeine weil gewöhnliche Kapital mittels der üblichen Sturmtruppen, den dummen Jungs, ist die ruinöse Vermengung der Bewohner-Gehirne mit einfachsten Strukturen und verblödender Schwarz-Weiss-Malerei (in diesen Zeiten!) kaum mehr rückgängig zu machen. Es geht um die Wirtschaft! Es geht ums Geld! Gold! Gell? Geld geilt. Aber richtig. Besser gesagt: in den richtigen Händen muss es sein. Kommt doch sowieso wieder zurück! Geld! Geilt.

Ganz benommen. Unverständnis, aber gleichwohl. Und wie sonst wird niemand mehr, und wie nichts gibt es keine Gratwanderung ohne Scheinwerfer, na blenden Sie doch ab, Sie Emporkömmling. Sonnenbrillen sind kein Luxus mehr heutzutage. Sehen Sie? Also. Dann graben wir jetzt weiter, und Sie hängen sich schon mal ans Gipfelkreuz. Ja, das ist notwendig. Wendig in der Not, Sie verstehn? Wenn die Wände kommen, ist sowieso alles zu spät. Nein, ich will nicht wissen, wer da von außen drückt, es ist wie es ist! Immer diese Frauenfragen!

Sonntag, November 02, 2008

479

zahnfleisch auf wadenkrampf


kam mutti

kam vati

amygdala

sattes hirschen (kein blitzschlag!)

elfenbein und familienfett

krongrinsen

und fletschen

und flatschen

dings

478

Krumme Beine, aber kein Nähgarn

Vergangenheitsform: das Dunkle in mir geht über in das Andere. Anders gesagt: es gibt noch Hoffnung. Leicht angestaubt, und von wegen Lagerdatum, hört mir auf mit dem Verfall, das Zeug muss unter die Leut.

Bei Antagonius: Oh jehe. Was solle diese Dose sein. Ganze grell, und Beul, Beul auch. Habe das nie jemand sagt. Immer wisse besser, immer die Kopf durch die Wand, aber noch keine Schuh an die Füß. Halbkropf. Trottellumme. So viele Doppel-Ts. Untere Schublade, Knopf ab, und zu, aber wie auf, wenn kein Schraubendreher da. Und es gebe viele Schrauben. Und es gäbe kaum Dreher. Und es seien immer die Anderen. Aber wer zwei sagt, muss auch Schlitten fahren können. Aber man braucht den Berg dazu, oder einen Zug. Oder einen, der drückt. Hab ich mich heute schon gedrückt? Die Fernbedienung, Teil I. Großer Bilderrahmen, sprich zu mir. Sporadisches Verzücken, periodisches Aufstehen. Unwillkürliches Seufzen. Der Spaß kann Dir die Suppe versalzen, Du! Auslöffeln, auch wenn´s ein Rettungsboot ist. Viel Holz, viel Boden, Plankton und der Wal. Sind wir uns klar, dass wir einem Höheren durch die Barten streichen? Das wird ein Fest, nachher im Darmgeschlinge. Würzburg! Ja, Würzburg. Einfallstor für Einfaltspinsel. Nein, für Rotkreuzler (man muss nicht alles verstehen). Hoch die Tassen! Hoch!

(wenigstens die Backen möchte man sich stopfen dürfen)


Betragen & Betrügen 2009

Blog-Archiv

poeblo uebernimmt keine Verantwortung oder Haftung fuer die Inhalte externer Websites

Mail: poeblo@web.de