Freitag, Oktober 31, 2014
643
Gut, dass es die Ente gibt
Auszeit. In Timbuktu sitzen alle um einen Gugelhupf vereint. Der rührt sich aber nicht. Das Eis der Gletscher schmilzt zwar, bleibt aber auch an Ort und Stelle. Hätte der weise Earl das gewusst, wäre er vielleicht doch zu Hause geblieben. Ich bin kein anderes Wesen von einem anderen Stern, ich mag auch die Farbe Lila. Untergrundbahn, halb acht. Die Reisenden kuscheln sich enger zusammen. Der Kartenkontrolleur gibt auf und kuschelt mit. Weltweit herrscht ein anderes Klima. Unterdessen werden in den Schaltzentralen der Macht mit Macht die Hebel ausgetauscht. Es muss was anders werden. Vielleicht was mit lila Knopf oder so, denkt sich Jameson Milwaukee der III., bevor ihn die Hausmeisterin die Treppen hinunter wirft. Was für ein Aufzug, denkt Jameson noch laut vor sich hin. Niemand will ihn hören. Das Radio ist auch so eine Sache. Der Heimweg ist gepflastert und verbunden.Man hat ihm wieder die Haut aufgekratzt mit den Produkten aus der Industrie. Warum nur müssen alte Männer immer die Welt erobern wollen, fragt sich der geneigte Beobachter, bevor er umfällt.
642
Blind schleichen, aber blöd lachen
Kooperation der Gefühle. Widerstand. Aussenseiter. Innen wird es kalt und gemütlich. Zieh Deine Schuhe aus, Junge, der Hund braucht etwas Training für die Zähne. Draussen liegt Schnee. Drinnen wird es lustig.Aber dazwischen soll es regnen. Man weiss es nicht. Untergrundbahn, überhört. Schlechte Karten. Waren aber günstig, nein billig. In der Kulturfabrik fahren Sie Sonderschicht. Immer an der Wand lang. Wir braten uns einen Storch, derweil. Das Kinderzimmer brauchen wir nicht mehr. Und der Kamin zieht auch wieder besser. Wir Deutsche wissen das zu schätzen. Unser Schatz heisst Obrigkeit. Herrscher, komm und führ uns. Hirscher, mach uns das Geweih. Haarscharf die Katastrophe. So ein Chor will gelernt sein, und geübt. Der Volkskörper dehnt und streckt sich. Alle sind sich eins: so kann es nicht weiter gehn. Man muss auch mal weitersehn. Und die Knie geben nach. Und das Wasser in den Köpfen schlägt an die Wand, und es gluckert. Die Hühner machen Krach. Aber abends sind dann alle wieder lustig und schunkeln. Manche schinkeln. Alle schenkeln sich ein wenig ihrer kostbaren Zeit. Mache da nicht mit. Mache anderes. Mache besseres. Funktioniert aber nicht. Werfe das bessere an die Wand und kümmere mich wieder um das schlechtere. Das schlechtere funktioniert auch nicht. Es riecht aber besser. Komisch. Mache jetzt doch mit. Aber die anderen sind eingeschlafen. Das Meer dünt. Der Wind saust. Mein Ohr blutet, oder es ist ist doch die Nase, und ich liege auf der Seite. Braunbären und Kaffeesatz. Der heutige Kaffeesatz heisst: Bitter macht die Runde. Und bunt ist schon lange das Blöd. Wie schön dass wir uns Einheit sind.
Mittwoch, Oktober 29, 2014
641
Traugott, oder Willerding
Wir schauen nach vorn. Wir schauen zurück. Nur Strassenschilder. Kein Weg. Wir schauen nach oben. Herrlich. Wir schauen nach innen. Es regnet. Wir schieben uns Brillen vor die Augen. Die Schlange wird länger. Die Schatten werden kürzer. Die Tage sind gezählt. Unterwegs fällt mir der Kamin ein. Ich will umkehren. Habe aber keine Besen. Der Besen stand an der Wand. Die Wand ist umgefallt. Zu viel Gelöcher. Der Text wird rauh. Der Sinn steht weiter im Raum. Der Raum ist grenzenlos. Niemand sieht sich um. Alle sehen weiter nach innen. Da ist aber nichts. Oder so klein. Aber weniger ist auch mal schön. Wenn man das Papier von der Brille nimmt. Die Schlange wird länger. Die Schatten werden gezählt. Auf dem Unterdeck herrscht das Paradox. Es weiss aber auch nicht mehr und wird über Bord geworfen. Das Meer hat sich zurück gezogen. Das Paradox fällt in den Schlamm. Das Boot fällt um. Unten ist jetzt oben, aber nicht umgekehrt. Es wird eng unter der Sonne. Zeit, dass der Abend kommt. Der Abend kommt nicht. Das Blut schweigt. Die Äpfel werden vom Baum gedreht. Adam und Eva machen dass sie wegkommen. Der Abend kommt nicht. Die Nacht legt sich über die Dächer. Alles wird immer schneller. Mir dreht sich der Kopf. Muss man eben rückwärts gehen. Herr Ober! Zahlen! Und nicht wieder die 3 oder 5, wie letztes Mal! Wir merken auch alles. Eine Unterhose macht noch keinen Boxer. Die Faust in der Tasche. Der Handschuh weiss nicht weiter. Weisse Farbe im Raum. Andere Saiten. Immer nur Waagschale. Immer nur Gewicht. Seele muss fliegen. Geld trübt die Sicht. Die Toten ziehen sich das Gold von den Augen. Der Schmerz nimmt seinen Stab. Meine Frage lautet. Mein Kern geht aus der Frucht. Schimmel. Weisses Pferd. Schamanenfuss. Die Frage lautet: immer noch.
Dienstag, Oktober 28, 2014
640
Mitleid ist nicht essbar
Herzrasen. Das Herz macht dann Kilometer um Kilometer, mit Beschleunigung. Ob das gutgeht? Das kann schief laufen. Und ist kein Witz. Aber eine andere Geschichte. Ich bin nämlich Rollrasenläufer. Ich laufe erst, dann rolle ich. Dann wird wieder gerast, und gerollt, und so weiter. Das Ganze am besten auf dem soliden Green einer Autobahnraststätte, zwischen den Zwillingsreifen der LKWs und dem Geschnarche der übermüdeten Fahrer. Das macht Spaß! Also nicht mir so richtig, aber den Zuschauern. Und den Nachbarn, wenn ich Ihnen anschließend berichte und berichtige. Obwohl ich mehr Erfolg hätte wenn ich dazu noch einen Ball jonglieren könnte, wie ein Seehund. Frag ich doch morgen gleichmal das Klinikpersonal, ob sie mir ein Kostüm nähen tun, ein Seehundskostüm. Oder ein Seemannskostüm, ich mochte die weissen Hüte mit dem Bommel. Blöd sind nur diese Seemansköpper, die man dann immer machen muss, vor allem wegen dem Asphalt. Aber Kunst ist Kunst, und kein Zuckerschlecken. Oder haben Sie schon mal einen Seemann Zucker schlecken gesehen? Na sehen Sie. Wir Jungs an Bord wissen, was sich gehört. Auch wenn das Ohr voll ist mit dem ganzen Meerschaum und dem brüllenden Wind. Vom knallenden Segel ganz zu schweigen, oder dem Schnarchen des Kapitäns. Obwohl - der Kapitän schläft nicht. Mindestens ein Auge hat er immer offen. Mit dem starrt er unter seiner schwarzen Augenklappe auf den Horizont, ob er irgendwo das verräterische Signal eines Wahlmanns sichtet. Da bläst er! Obwohl Wahlmänner eigentlich Orgel spielen. Aber eine Orgel bläst ja auch, wie verrückt, irgendwie. Jedenfalls wird dann sofort die Wahlmannsharpune klargemacht, und wir fahren wie verrückt hinter dem Wahlmann hinterher, der sich aber nicht um uns kümmert, sondern fröhlich weiter auf seiner Seehundorgel bläst und tutet, wie verrückt. Bis ihn der harte Aufprall von gehärteten Wahlmannsharpunenstahl an die noch härtere Realität erinnert. Dann wird gekocht, geteert, und gefedert, und am Schluss haben sich alle wieder lieb. Man weiss ja, wie das bei Seemännern so ist, wenn sie nicht gerade auf dem Parkplatz einen Seemannsköpper machen. Schön. Und schön schnulzig.
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Monotonographie im Schleudergang
Vorher. Nachher, Hinterhergekehr. Ausputz. Er war ein guter Mensch. Ist das wahr. Und warum ist mir dann so schlecht, auch schon. Fragezeichen. Semikolon. Unterwegs. Abarbeiten. Meine Hände sind viel kleiner geworden, und meine Füsse auch. Dafür hat der reiche Nachbar jetzt einen Bauch im Gesicht. Der hatte noch nie ein Gesicht. Ich bin jetzt wieder dünn. Man sieht mich gar nicht. Ich bin nicht mehr da. Ich bin nicht mal mehr ein Zeichen. Lehm. Golem. Ziegelstein. Ich bin der Engel Ziegelstein. Auf die Barrikaden, Mensch. Was man so alles verlebt. Lieber eine Zigarettenbude als einen Malerrock. Männer können sowieso nicht malen. Sie kleistern sich das Hirn voll mit Zeichen und Metaphern, die sie dann nachher wieder abkratzen müssen. Abkratzen, mein Stichwort. Die Kunst ist sich beissen zu lassen ohne dass es weh tut. Tut tut. Stichwort Amerika. Soviel für so wenig. Und nie richtig da gewesen. Zu viele Männer. Zu wenig Verstand.
Sonntag, Oktober 26, 2014
638
Treuenbrietzen, blöd wie Pferd
Gutes Fleisch hängt man in die Sonne. Das glänzt, bis es herunterfällt. Die Hunde sammeln sich darunter. Der Mann legt sie an die Kette. Die Kette glänzt auch. Sie riecht aber nach Hund, nicht nach Fleisch. Die Sonne klettert weiter in die Höhe. Sie hat keine Unterhose an. Der Mann blinzelt. Die Hunde nagen an der Kette. Das Haus schmilzt langsam. Kunststoff, denkt der Mann. Ich hätte doch Kunststoff nehmen sollen. Aber das Eis war so günstig! Später läuft ein Spötter auf dem nassen Weg und setzt sich in die Küchenmöbel. Wir haben Zeit, ruft es aus dem Tal. Wir haben Eis, ruft das Gras. Aber keiner hat Recht. Je weiter man nach Süden kommt, desto mehr verlässt einen der Kalender. Die Tage werden länger. Die Nächte aber auch. Hier kann etwas nicht stimmen, denkt man. Dann stürzt sich jeder mit Gejohle und Geschrei in das übliche Durcheinander und Miteinander. Das zieht!
637
Freifrau und Friedensperle
Das Heulen der 12 Zylinder, ein Traum. Auf dem Baum sitzen sie, die Wölfe. Und machen, was Wölfe so tun: grimmig gucken. Aber es sind nicht mal Sehwölfe, sondern nur Guck-Wölfe. Nicht weiter Schlamm. Der Kuckuck hat seinen Abendrock auch schon an. Die Pfeife zieht aber noch nicht richtig. Muss Du mit dem Finger rein, denkt der Kuckuck. Kunststück, wenn Du nur Kralle hast. Noch ein Tag mehr am Meer, und ich wäre Fisch geworden. Oder Filet. Oder PillePalle. Gerollte Pelle. Dann kam der große Wind und hat alle mitgenommen. Also alles was wir so waren, oder sind. Oder hat das je eine andere Rolle gespielt? Ich weiß nicht, wie wir sonst hätten davon kommen sollen. Wir sahen so aus, wie man sich Wilde Männer vorstelllt. Mit Anzug und dem Finger am Abzug. Geht schon wieder, denkt sich der Kuckuck, war nur ein Stück Apfel. Langsam legt sich dieNacht auf das Tal. Hoffentlich schafft sie es morgen wieder aufzustehen, denken sich alle. Und das sind eine Menge, die unter der Nacht zu liegen kommen. Idioten, denkt die Nacht. Als ob ich mich schon jemals irgendwo niedergelassen hätte. Unten unter der dritten Schicht träumt das Erdmännchen von großen Erdnüssen. Ganz tief drunten sind die Heizer weiter am Werk, und rumpeln und pumpeln. Es zischt. Dann ist wieder gut. Der Druck im Kessel steigt. Der Tee ist zieht. Der Ochse schweigt.
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