Samstag, Juni 10, 2006

10X12(et 7)

kam heim und

da war es ein

sch-recksgetier

im späten zimmer guckt mir mit halb verwirrtem was

willsten frag ich das

sch-recksgetier

aber es hält die

zähner zischestille und krocht mir

nah noch näher da nehm ichs mir fest

vor und werf es weit

mit einem blick zum hoch

ins nachtgehimmel wo der

mond so eben seine blauschimmel wieder

auf die milchglasweide

chict

Freitag, Juni 02, 2006

10X12(et 6)

mondänes gloriolen und wie seegras wogt das geschopf
schwarzäugend biegt das rehliche sichergehend durch die manege
aber nicht mal halb hebt es den kalbenden geschäftlern das stiere blicken
an der ecke schäumt die straße über vom hitzigen verkehr
(mit verlaub: das sind mir bäume, herr schatten)
bis sich mir ein brisen lächelnd in die beine fährt
zwei flundern weiter porschen sie sich die angst aus dem bauch
trinken am ku´damm wattierten kaffee und machen gute miene
im goldverzurrten mundwinkelnde manie
keiner für sich genug
jeder wie jede und alle allein

Donnerstag, Mai 25, 2006

10X12(et 5)

früh morgens
auf dem balkon
dachte er bei sich
wie es wohl wäre
einfach in der sonne sitzen
zu bleiben und während
er noch dachte lief
ihm leise die zeit
davon
und er lächelte
und ließ es geschehen

Montag, Mai 01, 2006

10X12(et 4)

zähl den senf
zähl den senf
(ich habe keine grübchen)
ein paar meilen weiter blüht schon das juli-tier
und sie kam mit wolkenschuhen auf den balkon gerannt
sie blitzen! sie blitzen! sie blitzen und du strahlst!
und warum auch nicht
und warum auch nicht
ein brötchen ohne schlitz
wird liegen bleiben
(decke zu)

Sonntag, April 23, 2006

10X12(et 3)

verwissensgewahre
und dann schieben wir die öffnenstür
willkommenieren unseres freundes schafftliche
und schabernackes gelachtern und
wie viele
und wie viele korrecktieren sich
den ganzen nachschatten
gewächstes kleidcremen sagt manni
abgeschmankter sagt fraui
nicht
trenkt sich leiber greibend
fasst sich getrink
schadudernd

Montag, April 17, 2006

10X12(et 2)

und dann natürlich luftmaschen ein netz
aus lauten worten ein gespräch
solle das werden seine zukunft
habe man zu erörtern
wo das denn sei diese zukunft
fragte der delinquent den fallensteller
na überall wo er sich das vorstellen könne
ach so meinte der delinquent ach ja
die zukunft na da bin ich

noch nie gewesen

Sonntag, April 09, 2006

10X12(et 1)

strebsam
wächst mir das bedauern zu
wie ein windschiefes ranken
von weiß blütrigen braun fingernden trieben
und auf ein neues werfen wir
die augen auf bleiern verglaste kugeln
wie viele tonnen verendeter träume
einem auch wieder die hoffnung deckeln
sich gewehrt zu haben war nicht das schlechteste
sich versagt zu finden das schrecklichste
bleiben die fragen der kinder
in ihren blicken aufbewahrt
die sorgen falten uns wieder das fell
und wir fürchten die spiegel der schlafenden zimmer
wie hasen flüchtend aus krachenden wäldern
wie schnee über die höfe der schlachthäuser geweht
früher wollten wir wie wölfe sein
aber die stadt brauchte hunde


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