Donnerstag, November 20, 2014
657
Im Dunkeln ist gut Trunkeln
Je mehr Wald desto weniger Hausrecht. Jedenfalls ist bei mir der Kanal voll. Nachts, wenn man die Glieder streckt, und sich die Lieder gegenseitig in die Ohren steckt, also nachts, da hat man dann einen schönen Blick, über die Ufer. Irgendwo da hinten, da muss er sein, der Herr Horizont. Oder die Frau mit dem Fadenkreuz, Oder das Kind mit den Gummistiefeln. Das macht aber jetzt keine Sinn. Kinder sind ja sowieso das Gegenstück von sowas von vernünftig. Deshalb mögen wir sie ja so, die Vernunft. In jeder Kurve auf der Straße des Lebens liegt ein Körnchen Wahrheit. Man darf sie nur nicht während der Fahrt aufheben. Keine gute Idee. Eher was zum Wegschmeissen.
Sonntag, November 16, 2014
656
Herzaffin oder: Klammerbeutel
9. November
Rio De Janeiro Divino De Katrin
Whole Blood Half Day
4 Stufen ins Geratewohl Sideboard Mauerschürzen
Richard Wagner reckt sein LeuchtKinn vor
aber der Weg der Deutschen ist verschlungen
Goldene Zeiten Mono-Mentales Versagen
Luther (auch nicht sein Jahr)
Mark und Marx, KonferenzSchaltung (ein Traum)
Der Ball der Kulturen
Torwart hält den Vorderlappen, Wimpernschlag
Wette verloren
(der Rest wird sich finden)
655
I eat myself when i dream
Geben Sie mir etwas Grenze, sie haben genug davon. Unterwegs scheint die Sonne, aber der Pater auf seinem Ross hält noch eine Messe. Peng. Schwarzes Geglocke. Pater macht die Runde. Es fällt nicht nur der Vorhang. Man sagt leise Tschüss, und Helmut. Man schreit aber nicht rum wie Bolle. Leiterwagen. Lumberjacke. Ein Deutschsein ist wie Maurerhand: hart, aber es lässt sich ein Haus bauen damit. Na gut, ein Herz aus Stein braucht es auch schon. Wir machen uns keine Hoffnung mehr. Herzlichst, Dein Edi. Ach ja, vergesst nicht die Blumen zu giessen. Wenn Ihr welche habt. Es wird heiss diesen Sommer. Aber bis dahin ist es noch. Geht Futter kaufen für die Viecher. Wenn Ihr welche habt. Oder schenkt der Frau einen Eimer voller Rosen. Wenn Ihr einen habt. Hier ist es immer schön. Wenn man eine Arbeit hat. Oder ein Vergnügen. Oder ein Auskommen. Sonst gibt es ein Eingehen. Wir machen uns jetzt davon. Und keine Illusionen mehr. Das wird sonst nichts. Du wirst schon sehen. Hochmut kommt vor dem Wasserfall. Die ganze Welt wird es sehen. Wir bringen uns um den Verstand. Ist besser so. Reden hilft nicht mehr, nur manchmal. Meistens ist es besser die Augen zuzumachen. Aber egal. Iss ein Brot mit Leberwurst, dann kommen die Gedanken schon von selbst. Blutwurst geht natürlich auch. Und hilf Dir selbst, dann hilft Dir der Ausnahmezustand. Manchmal denke ich aber, das ganze Denken hilft doch nicht. Also alles Gute, bis zuletzt. Wir sind an Eurer Seite. Unsere Wünsche auch. Und die leeren Flaschen. Vergiss nicht wieder sie rauszutragen. Liebe Grüße an den Wirt. Herzlichst, Dein Edi.
Freitag, November 14, 2014
654
Licht über Loch
Lassen wir doch das Förmliche. Gibts eben was mit der Schaufel. Spät geworden gestern abend. Wir haben gegraben, bis nichts mehr ging. Der Beitragssatz lautete: ich will. Also eigentlich hiess er ja: ich denke nicht. Bei soviel Selbstbezicht fällt einem glatt das Rohr aus der Wand. Baum steht noch. Hund bellt wieder. Frau streckt dem Wind die Zunge heraus. Der Regen bleibt unterm Dach. Vögel sind auch nicht mehr das was sie waren. Der frühe Wurm hat jetzt ein Schirmchen bei. Wir graben weiter in der Vergangenheit. Ist ein schöner Haufen. Es dampft, wenn man hineintritt. Der Hahn macht das Licht aus, oder an, wie man es nimmt. Wir geben aber nichts. Wir schlafen aus. Jemand will eine Wette abschließen. Niemand hat einen Schlüssel. Klirrendes Eisen, klappernder Storch. Bildhaftes Verhalten trägt ein gewisse Tragik vor sich her. Monstranz, Monsignore. Ein kurzer Moment des Nach und Vor, dann wieder Weiter. Wir sind nicht von Gestern. Alle Hoffnung vergebens. Umsonst. Aber so billig kommen wir nicht davon. Also stehen wir uns die Pferde in den Bauch. Ross und Reiter, Russ und Rettich. Man muss auch Stil sitzen können. Wenn man nicht raucht, braucht man keine Spitze. Großmutter hatte recht. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Jetzt. Also nun, gleich.
Donnerstag, November 13, 2014
653
Decay and Decoration
Da steht ein Männlein, da draussen im Walde, ganz grün im Gesicht und die Nase vor Purpur so zart. Männlein hat sein Feldstecher dabei. Männlein sticht so ins Feld. Feld sagt so aua. Männlein hört nichts. Männlein war letzte Woche an der See. Auch so gestochen, See hat auch aua gesagt, Männlein hat wieder nichts gehört. Männlein ist taub, kann aber stechen. Männlein muss weitermachen. Eigentlich sucht Männlein ja eigentlich ein Fraulein. Aber wenn er die sticht wird sie ihm eine zurückstechen dass Männlein nicht nur Sagen vergeht sondern auch die Lust aufs Stechen. Und dann hat Männlein keinen Spargel mehr und auch sonst nicht viel zu lachen. Ein Männlein steht im Walde. Ganz still und stumm.
Mittwoch, November 12, 2014
651
Kerbung seitwärts
es ist zu sehen wie
nichts zu fühlen war
es ist zu spüren wie
nichts zu hören war
es ist zu schreiben wie
nichts zu machen war
es ist zu denken wie
nichts zu lesen war
es ist zu bleiben
wie es ist
es hat zu sein
wie muss wie
soll und
haben
652
Tricolonium
Sobald man froh ist hüpft einem das Herz. Dann wird es zu bunt oder lustig, das Herz hüpft einmal zuviel, nämlich von dannen, und man ist allein. Womöglich noch vor der Glotze. Man glotzt, das Sofa glänzt, die Palmen singen, und man sitzt allein mit sich und der Welt. Ohne Herz. Ohne Pauke. Nur Trompeten. Auf dem Schirm sind alle miteinander vereintrachtet. Die Köpfe reiben einander wie Strohballen im Winterwind. Der feine Schnee findet seine Opfer überall. Aber nicht allein. Wir machen das schon, sagt das Stroh zum Kopf. Dann singen alle Hallerluja und halten sich an verschiedenen Körperteilen. Dann ist wieder Werbung. Herr Kommerzienrat Schneeweiß weiß Neues zu berichten. Frau Kommerzienrat gurrt derweilen auf der Fensterbank. Schnöde Eintracht. Morgen ist wieder Fussball, und im Stadion schreien sie sich die Seele aus dem Leib. Vorsicht! Sonst bleibt die auch weg! Mensch!
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