Dienstag, November 11, 2014

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MELATONIE PARTICULAR



von paul c., für alle

schwärzestes licht
tiefes auge trinkt
die blaue scherbe unter dem hemd
es wird warm in der welt
gib ihr den schatten
dieser einen stunde




.....................



gestern, tag x

blinder stern
die stimmen vergeistert
der gang durch die strassen
verbellt
die ersten verlassen die reihe
treten vorneweg
augen wandern auf
steintauben trampelpfad
unter ihnen schleifend
die fahne der angst
nur die kinder schlafen daheim
glückwärts gerollt
den traum auf den lippen
schwimmendes licht

Montag, November 10, 2014

649







Echte Männer brauchen Gnu

Mir wird gerade anders. Mir ist so quer. Mir ist fragwürdig. Nicht gut. Fragwürdig ist schlecht. Ehrwürdig ist besser. Oder Hochwürdig. Aber fragwürdig?. Da kann ja jeder kommen und eine Frage stellen. Am besten noch mitten in den Weg. Da steht sie dann und alle müssen außen rum. Dabei müssen wir doch alle arbeiten, für den Weltuntergang. Sonst wird das nichts mit der Apokalypse, und die Bärtigen haben Unrecht. Was geschieht, wird hier entschieden. Der Ort spielt keine Rolle. Oder doch. Ich bin mir nicht sicher. Muss erstmal eine Frage stellen. Muss erstmal alles anders sehen. Brille auf. Überall Schwimm. Brille ab. Überall Müll. Vielleicht doch besser Schwimm, oder rosa. Oder Kneifer. Oder Blick an die Wand, bis das Hintergrundgeräusch aufhört. Die werden das schon machen. Die sind kräftig am Werken. Die lassen nicht locker. Ein fester Händeruck sagt viel über die Person aus. Oder über ihre Gewohnheiten. Haben Sie Gewohnheiten? Haben Sie eine Ahnung? Haben Sie öfters Ahnungen? Stellen Sie zu viele Fragen? Das liegt am Lager. Vielleicht haben Sie einen Lagerschaden. Daran kann man arbeiten. Arbeit macht glücklich. Arbeit macht Schadenfreiheitsrabatt. Arbeit macht Gartenlaube. Arbeit macht froh.

Sonntag, November 09, 2014

648






Die betuchten Verfluchten

Große Suche No. 13. Halbgulasch, gekleckert, ungerührt. Abgebrühte schauen mit Rinderaugen in die Suppe, wie eingespuckt! Aber das kommt nicht aus der Mode, das kommt aus der Küche. Das bleibt nicht auf dem Zettel, das kommt ins Buch. Und das Buch bekommt einen Deckel. Und der Deckel bekommt einen Sarg. Und das Kalb macht MÖÖÖHH dazu. Onkel Knorr wirds richten, der alte Scharfrichter. Mal was ganz anderes: mal ein Porträt! Ich geb Dir meine Nase, und der Rest wird sich finden. Der Künstler wankt nach Hause, ungerührt, er will nicht dass die andern sagen, der kann ja wirklich nicht mehr viel ertragen. Und dann senkt er sein Lied in den stürmischen Wind. Mit den Augen von Dolores, das wärs geworden. Aber so. Hallo, starker Mann, hallo schwacher Trost. Wie ist denn heuteso? Hirnschlag - Augentropfen. Die Beute im Licht. Richard Wagner ist auch nur so einer.  Reicher Drecksack. (gewesen)

Donnerstag, November 06, 2014

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Der Katarakt kakerlakt (aber wie!)

Niemand ist eine Insel. Wäre auch schön blöd mit Blumen und Bäumen auf dem Kopf, und einer Horde womöglich Wilder die wahrscheinlich anfangen rumzuhüpfen und Feuer zu machen. Oder nur Steine wo Wilde sein sollten. Oder nur Steine und Pinguine die auf einem rumkacken. Wo bleibt da die Gerechtigkeit. Wo bleibt da die Poesie. Deshalb: ein Hoch auf die Einbauküche und den Wandschrank des Verstands. Alles eine Frage der Gestaltung. Lang und hoch, oder kurz und breit, oder lang wie breit. Schnödes Schröder-Allerlei. Das Einheiten der Gestalten muss wieder nach Haus. Heim ins Reich, reich ins Heim. Arme vor die Tür. Füsse auf den Tisch. Fenster zu. Da haben wir doch mal ein schönes Bild gefunden. Das war aber gleich wieder weg. Wahrscheinlich Fehlfarben. Oder Falschlicht. Oder ein Schwarzmaler, der sich seine Perspektive zurück geholt hat. Typisch Kunstler. Keine Spur an Verantwortung. Kein Sinn für Wertschöpfung. Im Kontor brennt noch Licht. Früher hatten wir Ärmeklschoner, wegen die Ellbogen. Das ist vorbei. Jetzt wird wieder gestiekst und gehempelt. Ist sonst wie bei Pletis, unterm Tisch. Ist sonst wie eine Fahrgemeinschaft. Wir sind lieber das Individuum.Wir sind alle Einzeltäter. Wir machen Sachen. Die Hebel in die Hand, und dann ab zur Mauer der Geschichte. Wir sind kein Gefühl. Das können wir uns nicht leisten. Haben wir alles für den Schreibtisch gebraucht. Unser Werkzeug ist der Verstand. Stündlich ein Gedanke. Täglich ein Akt. Und jeden Monat einen neuen Bildschirm. Es regnet wieder Worte! Die Bilder müssen raus! Das große Drama ist in Wirklichkeit so etwas wie Bauchweh. Weiß aber keiner. Wir nagen am Knochen der Existenz. Schicksal nennt man das. Ganz bestimmt. Die Freiheit ist ein Pferd in der Wüste. Weit weg.

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Einfalter und Pinsel

Modus Memorandum: der Teller ist rund. Der Fisch ist kalt. Dem Hühnerbein wächst eine Folie auf der Haut. Herr Hühnerbein fasst sich an die Nase. Herr Hühnerbein lügt nicht. Herr Hühnerbein ist Abgeordneter. In den Ecken des Abgeordnetenhauses stehen immer die Untergeordneten und warten auf die Obergeordneten, damit Sie Ihnen eine Richtung geben. Sonst haben die Untergeordneten keine Orientierung und verlieren die Lust an der Ordnung. Das ist ganz schlecht für das Land, vor allem für die Ordnung. Vorallem vorallem ist es schlecht für die Abgeordneten und die Oberabgeordneten, weil die dann keinen Zweck mehr haben. Und der Zweck heiligt schließlich die Mittel, und der Schein seligt den Zweck, und das Rindvieh fettet die Suppe und das Brot. Unser tägliches Brot gibt man uns heute. Morgen sieht man weiter Aber: Morgenstund hat Gold im Rund. Und vergesst nicht den Weltfrieden, und die Nachkommen, und die Vorkommen, und die Barschaft, die Nachbarschaft. Lasst uns Höhlen bauen, für den Sinn.  Der Sinn braucht eine Höhle. So wie der Narr einen Baum braucht. Aber Bäume braucht nicht jeder. Höhlen schon. Und Keulen. Wenn möglich, Hühnerkeulen. Truthahn geht aber auch.
 


Montag, November 03, 2014

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Wenn Mutti will ist alles zu viel

Meistens sind wir irgendwie: Braut oder Brautigam, Ratz oder Richard, Gnu oder Tiger. Glanz oder Glimmer. Ganz dicht an der Wahrheit und Ihren Streifen. Schon wieder die. Immer nur die. Ich trage öfters keine Socken, geht das? Lieber Tierfreund, das geht gar nicht. Am besten frag den Tiger in Dir. Das Wesen der Kunst ist eine Art freundlicher Kannibalismus. Oder feindlicher Obstruktion. Der Wirt würzt seine Schweineschenkel. So zart, denkt er und schnalzt mit der Lederzunge. Die Lippen beben. Die Klippen toben. Die Rosen kleben, irgendwo dazwischen. Machen wir uns nichts vor: das Haus hat keine Schlösser. Die Schlüsselblumen haben wir umsonst gesät. Wenigstens haben sie geschmeckt. Nicht so gut wie die Schweine, aber die waren auch gewürzt. Oben unter dem Dach sind noch Ledermäuse. Unten im Keller treiben die Kinderleichen im Bier. Das schäumt, wenn man nicht aufpasst. Rotzblagen. Immer nur Ärger mit jenen. Eigentlich bin ich ganz friedlich. Aber wenn man mir in den Keller geht, schalt ich das Licht aus. Kerosin und Fliegerjacke. Und dazwischen wird gebeizt und gebalzt. Geheizt wird ja immer, irgendwie. Macht man halt das Licht wieder an. Wir glänzen wie der Speck an der Wand.Wer hat denn den da hingestellt. Ich weiss nicht wie das hier weitergehen soll. Irgendwann muss auch mal Sinn in die Suppe. Immer nur forte und Worte. Immer nur Silben und Milben. Das geht einem doch auf den Verstand. Und von da unter die Haut. Und dann ins Gebälk, in die Substanz und die niederen Strukturen. Ich mach da nicht mit. Ich will auch formalieren!

Sonntag, November 02, 2014

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Erdbären und Saumkratzen

Kontrenzation auf das Hesenliche. Die Waldränder bleichen wieder aus. Zeit für eine Haarkur. Ganz fein glänzen die Pigmente dann wieder im Sonnenuntergangslicht. Die Zwerge freuen sich über eine neue Gesichtsfarbe, so licht, die Pilze ärgern sich über die Maßen, und die Rehe sind vorübergehend absichtbar. Auch schön. Der Jäger denkt sich seinen Teil, der ist aber nicht groß. Ein Handvoll Niederflurhasen will noch protestieren. Aber wir haben die Löffel schon gesehen und bestellen die Suppe wieder ab. Idioten. Wir haben euch extra Mützen geschenkt. Das Rotkäppchen war zu der Zeit übrigens nicht vor Ort. Es hat den Braten gerochen, den der Wolf heimlich für sich gemacht hat. Und wie immer zählt das alles nix. Weil der wamperte Hilfslehrer die Tafel nach Timbuktu verkauft hat, wo sie immer noch um den Gugelhupf herumsitzen, der sich weiter nicht rührt. Daheim die Habenichtse fragen sich. Die Wohlhabenden schütteln sich. Die Mittelprächtigen polieren eifrig weiter Zähne und Zaunpfähle. Rammen wir sie, oder nicht? Die Mehrheit ist für Einsitzen. Eifrig werden Löcher gepult und Lämmer gespült. Alles bleibt wie es immer war. Nicht wahr?

Betragen & Betrügen 2009

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