Donnerstag, August 18, 2011

524

britzbratz

aber auchso aber eitschi nichts vorhergelernt, nichts ausser. wegzaunen, abfrieden, zukriegen. verschieden ist (noch) nichts (grealiter). außer mann tut es. ausser mann kriegt muth (messertraum). ausser mann beisich, oder seitlich. seitenschwärmer. mitleider auf weissem bein, hornig und und so ein wenig am riss. abbiss. nur dass die der diadem (lichtblei-bleilicht), spurengrab, verletzte zungen auf schrift, kugelrot, vervielzweckte verbuntung unterglut, nur zu, nur zu, nur zu welchem schwanenkopf (altfarben oder vielsagend schwarzfüßig), aber geheim ist auch schön! bumm peitschi, bumm peitschi, dumm dumm.

Montag, August 15, 2011

523

Verzeihung, sind Sie auch so müde?

Ja, schüttle einen Liebling. Ja, lass Wasser in die Gruben. Ja, bring das Boot zum Schaudern, ja, mach dass es was weiches wird. Ja. Ja. Ja. Unbedingtes Angleichen Wange an Wange, verschmelzen nennt man das, wenn die Zähne nur hautnah voneinander weg sich reiben, Hautilus, nein Nautilus, mein Seepferd mit dem spitzen Horn, dem Spitzenhorn, ein wildes Schäumen im vulkanschwarzen Strand. Wasser und Sand. Das zischt. Das platzt wie Blasen in der Sodafabrik, wie Träume in der Business-Maschine. Ruhe sanft, mein Prinz. Die Anderen sind schon weiter. Oben oder unten, links oder rechts, vorn oder hinten, ist doch egal. Rumba Animala. Himalaya. Karneval. Ernesto Karneval. Frühraucher und Kettenbriefschreiber. Wahner und Warner (Bros!). Lieber Kerl. Als Strippenzieher. Obwohl - die Straße ruft auch schon lange nicht mehr so wie Wanne dazumal, zugemacht, das Ding. Also ich. Dann rufe ich - die Straßen dieser Welt! Antwortet mir! Jetzt, da ich warte! Echomyriaden später, ein Wort, eine ergebene Erkenntnis. Der Wert von Donner liegt im Hall, nicht im Knall. Oder von Fall zu Fall. Egal. Wir bleiben wo wir sind. Und kleben weiter die Plakate. Wie Plakate. RocknRoll, aber Felsenfest!

Mittwoch, Juli 27, 2011

522

Wir auch, aber sowas von vielleicht

Vergessen wir nicht was dazwischen war. Und inzwischen. Was inzwischen geschah: nichts. Oder nicht viel. Was allerdings niemand davon abgehalten hätte, sich zu entblößen, Verzeihung: entblöden. Wo da allerdings wieder der Unterschied sein soll, so klein, man weiss es nicht. Noch nicht. Oder wieder, wieder nicht. Schon wieder nicht. Schon wieder alles vergessen. Die Teller sind noch ganz feucht von den Zungen. Die Ränder bleiben trocken, wegen den Augen. Trockenen Auges sind wir dann irgendwann am anderen Ufer angekommen, an unserem Anlegeplatz, nur für Anlieger, Außenseiter drehen sich beim Schlafen einfach um. Schon sind sie dabei! Dabei wäre alles so einfach gewesen. Von wegen Umlegen. Von mir aus auch das. Nur an die Decke denken. Wir denken uns einfach eine Decke. So einfach ist das. Nasen spitzen, Ohren pudern, und dann aber Sakristei! Heihei!

Donnerstag, Juli 21, 2011

521

Schlimmer ist gar nichts

Da war was. Was war das? Heinz der unerschrockene Strippenzieher sitzt mitten im Zimmer und zieht unerschrocken Strippen. Heinz, sagt seine Unerschrockene-Strippenzieher-Mutter, Heinz geh hinaus und zieh nicht immer unerschrocken Strippen hier herin! Die Sonne scheint! Aber Heinz der unerschrockene Strippenzieher zieht weiter unverdrossen unerschrocken die Strippen, die ihm Hans, der noch unerschrockenere Strippenzieher und Vater von Heinz dem unerschrockenenen Strippenzieher unlängst vermacht hat. Heinz, hatte Hans der noch unerschrockenere Strippenzieher zu Heinz dem unerschrockenen Strippenzieher gesagt, Heinz, mein Sohn, diese Strippen werden eines Tages ganz und gar Dein sein, und wenn Du wie ich tagein tagaus unerschrocken Strippen ziehst wirst Du auch wie ich ein noch unerschrockener Strippenzieher werden. Und wer weiß, eines Tages wirst Du vielleicht ein noch viel mehr unerschrockener Strippenzieher werden, wie Dein Großvater einer war. Heinz hörte seinem noch unerschrockeneren Strippenzieher-Vater aufmerksam zu und versuchte sich an den noch viel mehr unerschrockenen Strippenzieher-Großvater zu erinnern, dessen Name ihm partout nicht mehr einfallen wollte. Selbst als Heinz nach einigem Zögern anfing unerschrocken strippenziehend in die großen Fußstapfen seines noch unerschrockener strippenziehenden Vaters zu treten und dabei die noch größeren Fußstapfen seines noch viel mehr unerschrockener strippenziehenden Großvaters vor Augen hatte, kam ihm dessen Name einfach nicht in den Sinn. Kein Wunder, murmelte Hans der noch unerschrockenere Strippenzieher in seinen väterlichen Bart. Kein Wunder, dachte auch Heinz, während er anfing weiter unerschrocken Strippen zu ziehen. Ein Wunder, dachte schließlich die Unerschrockene-Strippenzieher-Mutter, die wieder damit beschäftigt war die überall im Haus herumliegenden Strippen aufzusammeln und auf große Strippenzieherspindeln aufzuziehen. Nur lose rollen, auf keinen Fall ziehen! hatte ihr seinerzeit der noch viel mehr unerschrocken strippenziehende Großvater zugeraunt, bevor er ohne seinen Namen oder etwas Verwertbares oder gar Essbares zu hinterlassen über die stumpf kauernden Berge verschwand, während er unermüdlich die noch viel mehr unerschrocken gezogenen Strippen hinter sich herzog und ansonsten keinen Gedanken mehr an seine zum unerschrockenen Strippenziehen verdammte Brut verschwendete. Ein Wunder, denkt also die Unerschrockene-Strippenzieher-Mutter weiter während ihrer täglichen Tour durch das völlig verstrippte Gestrüpp rings um die Strippenzieher-Hütte, ein Wunder dass der Junge seinen eigenen Namen noch nicht vergessen hat, vor lauter unerschrockenem Strippenziehen. Sie seufzt schwer und hängt sich behutsam in die Vormittags-Strippen, die jetzt am Nachmittag von ihrem weiter unerschrocken strippenziehenden Sohn nicht weiter beachtet wurden. Morgen, denkt sie still in sich hinein, morgen werden sie sich erinnern. Versonnen knüpft die Unerschrockene-Strippenzieher-Mutter ein paar Strippen zu einem schönen Strick mit noch viel schönerem Henkersknoten zusammen und lehnt sich zufrieden zurück. Morgen werden sie hängen. Schnurstracks. Und gar nicht fadenscheinig.

Montag, Januar 10, 2011

520

Von wegen Norwegen


(Vorbau: Es gibt einfach keinen Grund sich dieFüße abzulaufen. Man steht sich dann nur wieder selbst im Weg. Ich dachte. Du denkst. Ars nulla metalla magica. Benvenuto.)

Es stand geschrieben. Also fest, also Felsen, also schrittweise zurück in den grauen Stein, in das Grauen, in die abgründigen Nichtfarben des Dichterlebens, nachtweise, nichtfalternd. Wellenfugend. Im schlimmsten, ja Fall, ist es auch nur ein Dämmern, oder Dümmern, man macht sich zurecht. Macht sich zurecht keine Gedanken mehr. Wozu soll das Gut sein, ohne Pferde. Hank the Banjoman weiß Bescheid. Früh genug auf das richtige setzen, da kommt was rüber. Und bleibt nichts hängen, ist die Hose ganz! Auch nicht so schlecht, oder? Hank zieht zufrieden an seinem kleinen Finger, den jeder für einen Pfeifenstummel hält, so schwarz ist der, so tiefenscharfschwarz! Und dabei ist er ihm bloß abgefallen, in der letzten kalten Nacht vor der letzten großen Krise, an den sich keiner mehr so recht erinnern mag. Die Liebe, sagt Hank noch fingerzutzelnd, die Liebe hat auch keine Farbe. Und die Revolution hat gar keine Kinder. Sagts wieder und verabschiedet sich unter Banjogeklimper in die Berge. Die hier auch nur Hügel sind, oder Verhebungen. Immer die gleiche Leier denkt sich der unvoreingenommene Zuhörer und nimmt das Gras aus den Ohren. Immer die gleiche Leier, schreit es auch aus den umliegenden Häusern und Hütten. Immer die gleiche Leier! Immer die!

Besser so als gar nicht. Nur krumm wirds eine Lanke, und ohne Brot schmiert man sich das Fett halt in die Haare. Hält sowieso länger, und man kann unglaublich viel Moos machen damit. Naja, muss man nur die Skrupel loswerden, am besten verkaufen. Gleich gehts los, zwei Kilo allerfeinste Skrupel, frisch abgehangen, kaum gebraucht, also wie neu aus der Moralistenecke. Wer hat nochmal, wer will noch nicht? Nehmen Sie, solange das Blut noch warm ist. Besser kann man sich auf den Winter nicht vorbereiten. Und was fürs Auge wirds auch!

Blau angelaufen kommt sie und drängelt sich, die Masse der Skrupellosen, immer mehr nach vorne an den Tresen. Man keucht, man schiebt, man zwängelt sich. Um dann festzustellen, dass der schnöde Haargeschmeidige gar nichts anzubieten hat. Der hat gar keine Skrupel, rufen alle empört. Nicht mehr, knurrt der skrupellose Gleitmittler zwischen den schmalen Lefzen hervor, bevor er einigen der größten Schreihälse dieselben bricht. Nicht mehr, murmelt auch Banjo-Hank auf seinem Gipfelsturm, den Sack voller knirschender Skrupel hinter sich auf dem Rücken. Nicht mehr lange, denkt sich Hank noch, und holt einen frischen Finger aus der Seitentasche. Nicht mehr lange.

(Abgesang: Mach Pipi. Mach Papa. Mach schnell. Am besten Mach 2. Oder auch 3. Aber pass auf. Wegen der Reibung. Luftröhren sind nicht nur Herrenhosen. Sagt man. Und denkt sich seinen Teil. Also mach Pipi. Und nicht PiPaPo.)

Montag, November 29, 2010

519

Mein Ofen kennt nur Druckerschwärze


Also wird es Brot sein.

Also muss es Brot sein.

Also darf es Brot sein.

Alles will Mehl sein.

Alles will fein sein.

Alles will Sinn sein.

Aufstrich.

Gehen.

518

morbus temp

jetzt fängt herbsttun
wieder die gedanken
zeitloser hinguck wie die bäume
wie wild die flammen kriegen
goldzuckender flügelschaum
bleiches blaugezunge
im maul wälzt wahrheit sich
von fisch zu fleisch
(kein schönerland ohne bratwurst)


Betragen & Betrügen 2009

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