Von wegen Norwegen
(Vorbau: Es gibt einfach keinen Grund sich dieFüße abzulaufen. Man steht sich dann nur wieder selbst im Weg. Ich dachte. Du denkst. Ars nulla metalla magica. Benvenuto.)
Es stand geschrieben. Also fest, also Felsen, also schrittweise zurück in den grauen Stein, in das Grauen, in die abgründigen Nichtfarben des Dichterlebens, nachtweise, nichtfalternd. Wellenfugend. Im schlimmsten, ja Fall, ist es auch nur ein Dämmern, oder Dümmern, man macht sich zurecht. Macht sich zurecht keine Gedanken mehr. Wozu soll das Gut sein, ohne Pferde. Hank the Banjoman weiß Bescheid. Früh genug auf das richtige setzen, da kommt was rüber. Und bleibt nichts hängen, ist die Hose ganz! Auch nicht so schlecht, oder? Hank zieht zufrieden an seinem kleinen Finger, den jeder für einen Pfeifenstummel hält, so schwarz ist der, so tiefenscharfschwarz! Und dabei ist er ihm bloß abgefallen, in der letzten kalten Nacht vor der letzten großen Krise, an den sich keiner mehr so recht erinnern mag. Die Liebe, sagt Hank noch fingerzutzelnd, die Liebe hat auch keine Farbe. Und die Revolution hat gar keine Kinder. Sagts wieder und verabschiedet sich unter Banjogeklimper in die Berge. Die hier auch nur Hügel sind, oder Verhebungen. Immer die gleiche Leier denkt sich der unvoreingenommene Zuhörer und nimmt das Gras aus den Ohren. Immer die gleiche Leier, schreit es auch aus den umliegenden Häusern und Hütten. Immer die gleiche Leier! Immer die!
Besser so als gar nicht. Nur krumm wirds eine Lanke, und ohne Brot schmiert man sich das Fett halt in die Haare. Hält sowieso länger, und man kann unglaublich viel Moos machen damit. Naja, muss man nur die Skrupel loswerden, am besten verkaufen. Gleich gehts los, zwei Kilo allerfeinste Skrupel, frisch abgehangen, kaum gebraucht, also wie neu aus der Moralistenecke. Wer hat nochmal, wer will noch nicht? Nehmen Sie, solange das Blut noch warm ist. Besser kann man sich auf den Winter nicht vorbereiten. Und was fürs Auge wirds auch!
Blau angelaufen kommt sie und drängelt sich, die Masse der Skrupellosen, immer mehr nach vorne an den Tresen. Man keucht, man schiebt, man zwängelt sich. Um dann festzustellen, dass der schnöde Haargeschmeidige gar nichts anzubieten hat. Der hat gar keine Skrupel, rufen alle empört. Nicht mehr, knurrt der skrupellose Gleitmittler zwischen den schmalen Lefzen hervor, bevor er einigen der größten Schreihälse dieselben bricht. Nicht mehr, murmelt auch Banjo-Hank auf seinem Gipfelsturm, den Sack voller knirschender Skrupel hinter sich auf dem Rücken. Nicht mehr lange, denkt sich Hank noch, und holt einen frischen Finger aus der Seitentasche. Nicht mehr lange.
(Abgesang: Mach Pipi. Mach Papa. Mach schnell. Am besten Mach 2. Oder auch 3. Aber pass auf. Wegen der Reibung. Luftröhren sind nicht nur Herrenhosen. Sagt man. Und denkt sich seinen Teil. Also mach Pipi. Und nicht PiPaPo.)
Montag, Januar 10, 2011
520
Montag, November 29, 2010
519
Mein Ofen kennt nur Druckerschwärze
Also wird es Brot sein.
Also muss es Brot sein.
Also darf es Brot sein.
Alles will Mehl sein.
Alles will fein sein.
Alles will Sinn sein.
Aufstrich.
Gehen.
518
morbus temp
jetzt fängt herbsttun
wieder die gedanken
zeitloser hinguck wie die bäume
wie wild die flammen kriegen
goldzuckender flügelschaum
bleiches blaugezunge
im maul wälzt wahrheit sich
von fisch zu fleisch
(kein schönerland ohne bratwurst)
Montag, April 05, 2010
517
Ich schon wieder
ALSO WURDE ES ZEIT!
Und wenn man sich alles so ansah, war es auch wahr. Doppelkopf spielen hieß manchmal das Unheil auf die Spitze treiben. Ein Pamphlet lockte das andere. Janus küsst Jupiter. Ein Bubenstücl. Hauptsache Mord. Man hat sich ja sonst nie so einig. Also was ich eigentlich sagen wollte: ich wusste es auch nicht. Hatte er sich nun schon verausgabt, oder sie, oder ihn, oder nicht? Brachte eine Welle etwas Ruhe, oder wenigstens genug Schaum mit, um daraus einen Schleier machen zu können? Oder wenigstens einen Schlesier? Einen Hut von einem Schlesier? Konnte man so nicht sagen. Es gab auch Tage ohne Wellen, und Wellen ganz ohne Schaum. Die glitzern nur unterschwellig. Also so niedriger. Und wer das nicht sieht, hat sowieso keine Ahnung. Nur Dehnung im Sinn, den ganzen Tag.
Ach komm. Es hat sich niemand beschwert. Obwohl es genug Steine gab, überall, rechts, links, unter den Füßen, hinter den Augen, im Kopp. Da hat es aber gewackelt, wenn man mal geschüttelt hat. Hat richtig gedönst, das. Und nur durch viel Extra war wieder Ruhe reinzubringen. Und das sage ich nicht nur, weil ich einen Vertrag abgeschlossen habe. Und? Und. So weiter.
Bleib mir vom Leib. Kann ich ja gleich die Scheibe abwedeln. Mach ich doch. Glatt. Und wie sieht das aus? Gut so. Kann man lassen. Muss man nicht. Aber wenn man möchte.
Und nur weil ich wollte, konnte ich wieder nicht. Also nicht gleich jedenfalls. Aber immer mal wieder!
Samstag, Oktober 03, 2009
516
Tagsüber, Wasserfälle
Jedenfalls ist jetzt auf der Wiese vor dem Haus keine Ziege. Auf der Wiese vor dem Haus ist ein ganz normaler Haufen Dreck, abgelegt von irgendjemand, hingeworfen wie so ein Ding, Schicksal, ein gebeuteltes Stück, Abfall sozusagen, ein leergeräumtes Versprechen. Tütüt. Jaja, Nunja, Schwermut ist auch keine Lösung. Liegt mir wieder wie ein Ziegel im Regal, das Zeug. Wenn mir bloß die Kommas nicht ausgehen. Wo hänge ich meine losen Fäden hin? An die Wand, wie die Glasnudeln und die Stirnfalten? Das muss Tapete sein, keine Haut, die da hängt. Breitspurig fahren wir mit dem Finger die Ecken rauf und runter, die fetten Ecken voller verschwindenden Lichts. Gebogen, aber nicht gebrochen. Gleich kommt ein Teich.
Jedenfalls, hätten wir nur ein wenig mehr. Also ungefähr das Dreifache. Das ist auch keine Blasphemie, ich kann nur Luftgitarre. Also eigentlich. Einen einfachen Klammergriff, nun gut, oder auch eine Gürtelrose, aber nur mit Mund und Lippenschürzen, das brennt doch? Das brennt Dich glatt um die Ecke. Vollmundig banal. Verkaufen wir alles, und ziehen dann weg, wir drücken uns nebenbei den Weg lang und länger, und Dosen sind auch ganz hübsch, ein ganzer Sack Dosen am Ende eines taghellen Tags, ein Schatz, mein Schatz! Wir werden wieder. Wir sind schon bald. Wir zwei, oder um halb drei. Mittags eben. Sprache und Einfalt. Auf den Taschenboden ist noch etwas Mutterwitz. Schon leicht beschämt, oder: beschimmelt, weil so lange auf der Lauer. Passt sich an. Und gewinnt an Farbe. Und Fahrt. Eine leichte Weise, das. Beschwingt, geflügelt. Der Dreckspatz am Hosenbein. Wallraffplatz. Mach rüber, Junge, und Du kannst was erleben.
(gleich weitergeflogen, die feige. grauer star!)
Sonntag, August 30, 2009
515
Brummkreisel, doppelseitig
Wir waren dann mal gegenüber, auf der Seite der Gewinner. War aber alles leer. Waren schon fort. Nur die Papp- und Stellwände pappten und stellten sich noch gegen den Wind, aber der ist ja immer irgendwie. Der Wind ist ja immer. Wo habe ich nur meinen Kopf? Wie habe ich mir den Kopf stillgehalten? Für anderes hatten wir immer Zeit. Und es sieht nicht so aus, als ob sich etwas ändern wollte. Und ein Stilbruch ist noch lange kein Zuckerschlecken. Fragen Sie einen Stuhl!
514
ein stück seife, und dazwischen papier
aber da ist noch gelächter
von unterwegs von unter den tischen
sternentod wie hohler schleier gerafft
wie hohe stirn gefaltet
wie mit bleiernem traktat
gehorsam schweigt sich durch das gedächtnis
ein schmutziger besucher mit würgendem blick
nur wie den hausrat überwinden
die schlangen auf linoleum
ich war reissuppenkönig
unter den ofenringen und
dem knistern der wand
die echospur in meinem zimmer
Über mich
Mail: poeblo@web.de
